Zins Spezial / 12.06.2020 | 08:57:40 Werbung

AT&T: Mit verschiedenen Geschäftsmodellen durch die Krise

Robin Freytag
Autor Robin Freytag Bondhändler bei der DZ BANK

Der Ausbruch des Coronavirus und die Maßnahmen gegen seine Ausbreitung gingen vor allem an AT&Ts Filmsparte nicht spurlos vorüber. Solide Einnahmen erzielte dagegen das klassische Telefongeschäft.

Robin Freytag
Autor Robin Freytag Bondhändler bei der DZ BANK

Filmstopps belasten Ergebnis

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, waren in den letzten Monaten weltweit viele Kinos geschlossen. Dies hatte zur Folge, dass zahlreiche Filmstarts auf Eis gelegt werden mussten. Zu den Leidtragenden dieser Maßnahme gehörte unter anderem AT&Ts Medienkonzern WarnerMedia. Zusätzlich litt das Fernsehprogramm von WarnerMedia unter dem Verlust von Werbeeinnahmen durch die Absage von Live-Sportveranstaltungen. Dies trug dazu bei, dass die Einnahmen dieser Sparte im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 12,2% auf 7,4 Mrd. US-Dollar sanken.

Deutlich widerstandsfähiger gegenüber der Pandemie zeigte sich dagegen das Mobilfunkgeschäft. Trotz aller Herausforderungen und Widrigkeiten blieb der Umsatz dieses Segments im ersten Quartal mit 17,4 Mrd. US-Dollar nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr. Trotz diesem Ergebnis reduzierte sich der Konzernumsatz von Januar bis Ende März um fast 5% auf 42,8 Mrd. US-Dollar. Ebenfalls zurückgegangen ist der Freie Cashflow. Mit 3,9 Mrd. US-Dollar ist dieser aber nach wie vor positiv. Insgesamt verfügt das Unternehmen derzeit über Barreserven in Höhe von rund 10 Mrd. US-Dollar.

 

Zukunftstrend 5G

AT&T könnte in den nächsten Monaten und Jahren von dem expandierenden 5G-Netz profitieren. Bis zum Sommer rechnet das Unternehmen mit einer nahezu landesweiten Abdeckung mit dem neuen Mobilfunkstandard. Viele der heute im Umlauf befindlichen Handys können allerdings nicht auf das 5G-Netz zugreifen. Dies könnte dazu führen, dass zahlreiche neue Geräte gekauft werden - eine Entwicklung, von der neben den Telefonherstellern auch AT&T profitiert. Zudem sind in Zukunft zahlreiche kostenpflichtige Services dank dem schnellen Netz denkbar.

Obwohl inzwischen viele Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zurückgefahren werden und auch die Kinos wieder öffnen, glauben wir, dass die Besucherzahlen vorerst unter dem Durchschnitt der letzten Jahre bleiben. Ob die daraus resultierenden Einnahmenrückgänge über Streamingangebote wieder aufgeholt werden können, ist unserer Ansicht nach fraglich. Optimistisch sind wir dagegen für das Kerngeschäft von AT&T. Da der Mobilfunkbereich nahezu krisensicher ist und 5G in unseren Augen ein bedeutender Zukunftstrend ist, rechnen wir hier weiterhin mit stabilen Erträgen.

 

Rating-Ausblick

Derzeit wird die Bonität von AT&T von den drei führenden US-Ratingagenturen Moody’s, Standard & Poor’s und Fitch mit den Langfrist-Ratings Baa2, BBB und A- bewertet. Dies entspricht einer durchschnittlich guten Anlage mit ausreichend Schutzparametern. Ungünstige wirtschaftliche Bedingungen oder sich ändernde Umstände könnten jedoch die Fähigkeit des Schuldners beeinträchtigen, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

Zugute kommt dem Unternehmen, dass es Marktführer in fast allen seinen Geschäftsbereichen ist, wertvolle Vermögenswerte besitzt, vorhersehbare Einnahmen erwirtschaftet und gesunde Margen erzielt. Positiv bewerten die Agenturen zudem den positiven Freien Cashflow sowie den Schuldenabbau im vergangenen Jahr. Sollte allerdings der durch das Coronavirus verursachte Produktionsstopp im Film- und Fernsehbereich weiter anhalten, könnte sich dies negativ auf die finanzielle Flexibilität und den Schuldenabbau auswirken.

 

Bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf AT&T

Aktuell hat die DZ BANK eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf AT&T im Angebot. Der Zinssatz für dieses Papier beträgt 1,50% p.a. und die Laufzeit beträgt 5 Jahre. Die Zeichnungsphase läuft vom 11.06.2020 bis 17.06.2020.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin ist abhängig von der Bonitätsentwicklung von AT&T. Am Rückzahlungstermin gibt es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Tritt während der Laufzeit der Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner AT&T ein, erhält der Anleger zu den jährlichen Zinszahlungsterminen einen Zinssatz von 1,50% ausbezahlt. Zudem wird die Schuldverschreibung am Tag der Endfälligkeit zum Nennbetrag zurückgezahlt.

2. Tritt während der Laufzeit der Schuldverschreibung ein Kreditereignis beim Referenzschuldner AT&T ein, werden die Zinszahlungen ab diesem Zeitpunkt eingestellt und die Rückzahlung erfolgt zum Abwicklungsbetrag. Der Abwicklungsbetrag kann deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall null betragen, d.h. die Zahlung entfällt in diesem Fall vollständig (Totalverlustrisiko). Der Anleger erleidet einen Verlust, wenn der Abwicklungsbetrag unter dem Erwerbswert der Schuldverschreibung liegt.
Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen kann.

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Risikobeschreibung
Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.

Stand: 12.06.2020
Emittentin: DZ BANK AG / Online-Redaktion

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1,50% Bonitätsabhängige Schuldverschreibung bezogen auf AT&T Inc. 20/25

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Quelle: DZ BANK: Geld , Brief
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  • Zinslaufbeginn 18.06.2020
  • Nächster Kupontermin 25.06.2021
  • Fälligkeitsdatum 25.06.2025
  • Währung des Produktes EUR
Hinweis der DZ BANK:
Das öffentliche Angebot dieses Wertpapiers ist beendet. Kursstellungen nur während der Börsenzeiten.

News / AT & T Inc.

23.06.2020 | 13:39:56 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2/Softbank-Deal: Telekom erhält Option auf Aktienmehrheit an T-Mobile

(neu: Details, Hintergrund)

BONN/BELLEVUE (dpa-AFX) - Die Deutsche Telekom <DE0005557508> hat sich die Option gesichert, die Aktienmehrheit am US-Mobilfunker T-Mobile zu übernehmen. Die Bonner gaben am Montag nach US-Börsenschluss einen Deal mit dem japanischen Softbank <JP3436100006>-Konzern bekannt, der ihre Beteiligung von zuletzt rund 43 auf 51 Prozent erhöhen könnte. Die in Geldnöte geratenen Japaner erhalten im Gegenzug grünes Licht, Milliarden an dringend benötigten Finanzmitteln zu erlösen.

Die Vereinbarung sieht vor, dass Softbank - einer der weltweit größten Tech-Investoren - bis zu 198 Millionen Aktien von T-Mobile im Wert von rund 21 Milliarden Dollar (18,7 Mrd Euro) verkaufen darf. Die Telekom erhält Kaufoptionen für 101 Millionen, die bis Juni 2024 gezogen werden können. Bei vollständiger Ausübung würde der Anteil der Bonner an T-Mobile US <US8725901040> auf die genannten über 50 Prozent steigen. Man arbeite sehr vertrauensvoll mit den Japanern zusammen, hatte Telekom-Chef Tim Höttges erst vor wenigen Tagen bei der Hauptversammlung des Konzerns in Bonn betont.

Softbank hatte als Mehrheitseigner des jüngst mit T-Mobile fusionierten US-Rivalen Sprint im Zuge des Zusammenschlusses einen Anteil von 24 Prozent am verschmolzenen Unternehmen erhalten. Nach dem nun geplanten Aktienverkauf soll dieser auf rund acht Prozent sinken. Die Japaner hatten sich mit gewagten Investitionen etwa in den strauchelnden Büroraum-Vermittler WeWork oder den Taxiersatzdienst Uber <US90353T1007> verspekuliert und brauchen dringend Geld.

Softbank hatte deshalb bereits angekündigt, den Verkauf eines milliardenschweren T-Mobile-Aktienpakets zu erwägen. Das bedurfte wegen der Abkommen im Rahmen der Sprint-Fusion allerdings einer neuen Vereinbarung mit der Telekom, die schon 67 Prozent der Stimmrechte kontrolliert. T-Mobile soll bei dem neuen Deal 300 Millionen Dollar in bar von Softbank erhalten. Fünf Millionen T-Mobile-Aktien gehen an den Softbank-Manager und Ex-Sprint-Chef Marcelo Claure.

Nach einer rund zweijährigen kartellrechtlichen Zitterpartie hatten T-Mobile und der kleinere Wettbewerber Sprint ihre Fusion im April endlich in trockene Tücher gebracht. Der Mega-Deal schuf ein neues Schwergewicht im US-Mobilfunkmarkt, das die Branchenführer Verizon <US92343V1044> und AT&T <US00206R1023> überholen will. Das fusionierte Unternehmen brachte es zuletzt auf einen Börsenwert von knapp 132 Milliarden Dollar./hbr/swe/DP/nas

23.06.2020 | 05:45:04 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Softbank-Deal: Telekom erhält Option auf Aktienmehrheit an T-Mobile
29.05.2020 | 14:02:27 (dpa-AFX)
CNN-Fernsehteam bei Protesten in Minneapolis festgenommen
06.05.2020 | 22:49:11 (dpa-AFX)
T-Mobile verdient deutlich mehr - Kundenzustrom in Corona-Krise
24.04.2020 | 16:54:41 (dpa-AFX)
AT&T-Chef Stephenson tritt zurück - Vorstand Stankey übernimmt
24.04.2020 | 15:22:25 (dpa-AFX)
Geschlossene Mobilfunkshops machen Verizon zu schaffen - Prognose eingedampft
22.04.2020 | 14:41:39 (dpa-AFX)
AT&T zieht Prognose wegen Corona zurück - Gewinn steigt zum Jahresauftakt

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