1x1 der Geldanlage / 16.02.2018 | 11:49:31 Werbung

Welche Produkte für welche Anleger?

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

  • Anlageziel, Anlagehorizont und Risikobereitschaft festlegen
  • Zielgruppenbestimmung des Produkts abgleichen
Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

Bei der Geldanlage spielen Faktoren wie der Anlagehorizont, das Anlageziel und die Risikobereitschaft eine wesentliche Rolle. Sie haben entscheidenden Einfluss darauf, welche Produkte sich zur Umsetzung einer Anlageidee eignen. Bevor Sie sich also für ein bestimmtes Produkt entscheiden, müssen Sie zunächst Ihre persönlichen Präferenzen bestimmen.

 

Ziele definieren, Zeitraum festlegen

Als Erstes gilt es, die Frage nach dem mit einem Investment verfolgten Ziel zu beantworten. Hierbei wird differenziert: Verfolgen Sie mit einem Investment in Zertifikate ganz allgemein das Ziel der Vermögensbildung oder wollen Sie Ihr Vermögen optimieren, kommt dafür die Gruppe der Anlageprodukte infrage. Wollen Sie dagegen Kurschancen wahrnehmen und mit Zertifikaten überproportional an den Kursveränderungen eines Basiswerts, z.B. einer Aktie oder eines Index, teilhaben, lässt sich dies mit Hebelprodukten umsetzen.

In einem nächsten Schritt gilt es, den Anlagehorizont zu bestimmen. Hierbei werden die drei Varianten kurz-, mittel- und langfristig unterschieden. Als kurzfristig wird ein Anlagehorizont von weniger als 3 Jahren definiert. Kalkulieren Sie bei einem Investment mit einer Anlagedauer von 3 bis 5 Jahren, entspricht dies einem mittelfristigen Anlagehorizont. Von einem langfristigen Anlagehorizont spricht man, wenn der Zeitraum für das Investment mehr als 5 Jahre beträgt.

 

Wie viel Verluste können Sie (er)tragen?

Sind Anlageziel und Anlagehorizont bestimmt, geht es darum, festzulegen, wie hoch Ihre finanzielle Verlusttragfähigkeit ist. Anders ausgedrückt, müssen Sie für sich selbst bestimmen, wie viel des eingesetzten Kapitals Sie im schlechtesten Fall zu verlieren bereit sind. Auch diese Entscheidung hat maßgeblichen Einfluss darauf, mit welchen Produkten Sie Ihre Anlageidee umsetzen.

Wer gar keinen oder nur einen geringen Teil des eingesetzten Kapitals verlieren will, für den beschränkt sich die Auswahl auf Produkte mit einem 100%igen Kapitalschutz oder klassische Anleihen von Schuldnern mit einer hohen Kreditwürdigkeit (z.B. die Bundesrepublik Deutschland). Bei solch klassischen Anleihen erhält der Anleger eine feste Zinszahlung p.a. und am Ende der Laufzeit das investierte Kapital zurück (eine entsprechende Bonität des Schuldners vorausgesetzt). Bei Produkten mit 100% Kapitalschutz gilt es zu berücksichtigen, dass dieser Kapitalschutz erst am Ende der Laufzeit greift. Während der Laufzeit unterliegt auch der Kurs eines solchen Produkts Schwankungen und kann unter dem Erwerbspreis notieren. Wird das Produkt in diesem Fall vor dem Ende der Laufzeit veräußert, kann daraus ein Verlust resultieren.

Wer im Gegenzug für erhöhte Renditechancen bereit ist, erhöhte Risiken einzugehen und Verluste - bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals - tragen kann, für den kommen Produkte ohne 100% Kapitalschutz infrage. Dies können sowohl Anlageprodukte als auch Hebelprodukte sein.

 

Gewusst wie

Aufgrund des breiten Angebots und der Produktvielfalt spielen Kenntnisse über Funktionsweise, Chancen und Risiken sowie Erfahrungen im Umgang mit Zertifikaten bei der Wahl des passenden Produkts eine wichtige Rolle. So eignen sich für Anleger, die nur über Basiskenntnisse verfügen, in erster Linie Rentenpapiere wie die bereits erwähnten klassischen Anleihen als Anlagemöglichkeit.

Wer dagegen bereits über erweiterte Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit Finanzprodukten verfügt, für den kommt darüber hinaus die breite Palette der Anlageprodukte in Betracht.

Für den Handel mit Hebelprodukten sollten ein umfangreiches Wissen und entsprechende Erfahrungen vorhanden sein. Nur so lassen sich die Chancen sowie die bei Hebelprodukten deutlich erhöhten Risiken realistisch einschätzen und die Produkte sinnvoll einsetzen.

 

Anlageprodukt oder Hebelprodukt?

Anlageprodukte machen den größten Teil am deutschen Markt aus. Wie aus der Statistik des Deutschen Derivate Verbands e.V. hervorgeht, lag das Marktvolumen von Anlageprodukten Ende Dezember 2017 bei 61,2 Mrd. Euro, das Marktvolumen von Hebelprodukten bei 2,2 Mrd. Euro. Einen Überblick über die verschiedenen Typen von Anlage- und Hebelprodukten gibt der Beitrag "Die Welt der Zertifikate".

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich Anlageprodukte für Anleger eignen, die das Ziel verfolgen, Vermögen zu bilden oder die Anlage eines bereits vorhandenen Vermögens zu optimieren. Dazu sollten Sie über erweiterte Kenntnisse bzw. Erfahrungen im Umgang mit Finanzprodukten verfügen und einen möglichen Verlust des eingesetzten Kapitals akzeptieren.

Hebelprodukte wiederum richten sich an Anleger, die an Kursveränderungen eines Basiswerts überproportional teilnehmen wollen, bereits über umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit Finanzprodukten verfügen und für deutlich erhöhte Renditechancen bereit sind, ein deutlich erhöhtes Verlustrisiko zu tragen, das bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals reichen kann.

 

Abgleich mit Basisinformationsblatt

Haben Sie Ihre persönlichen Präferenzen zu den zuvor genannten Punkten festgelegt, sollten Sie diese mit der im Basisinformationsblatt (BIB) angegebenen Zielgruppe für das jeweilige Produkt vergleichen und auf Übereinstimmung prüfen. Entspricht die Zielgruppenbestimmung nicht Ihren persönlichen Präferenzen, sollten Sie nach einem alternativen Produkt Ausschau halten.

Auskunft darüber, welche Risiken bei einem Produkt bestehen, gibt der Gesamtrisikoindikator, den jedes BIB enthält. Der siebenstufige Gesamtrisikoindikator hilft Ihnen, das mit dem Produkt verbundene Risiko im Vergleich zu anderen Produkten einzuschätzen, indem er zeigt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Sie bei diesem Produkt Geld verlieren, weil sich die Märkte in einer bestimmten Weise entwickeln oder der Emittent des Produkts nicht in der Lage ist, Sie auszubezahlen.

 

Beispiel für die Darstellung des Gesamtrisikoindikators im Basisinformationsblatt

Quelle: BaFin, menthamedia

 

Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.

 

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