1x1 der Geldanlage / 12.04.2019 | 10:03:53 Werbung

Lernen Sie aus Ihren Verlusten!

Alexander Dickel
Autor Alexander Dickel

Leiter Produktmanagement Internet Plattformen bei der DZ BANK AG

  • bei der Geldanlage lassen sich Verluste grundsätzlich nicht ausschließen
  • verschiedene Ursachen von Verlusten
  • Verluste genau analysieren, um daraus zu lernen
Alexander Dickel
Autor Alexander Dickel

Leiter Produktmanagement Internet Plattformen bei der DZ BANK AG

In diesem Beitrag gehen wir auf einen Aspekt der Geldanlage ein, den viele Anleger lieber vermeiden würden: Verluste. In diesem Zusammenhang gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte Nachricht: Verluste lassen sich nicht ausschließen. Nun die gute Nachricht: Wenn Sie aus Ihren Verlusten lernen, kann sich das bezahlte Lehrgeld im Nachhinein doch noch als gewinnbringende Investition erweisen.

Verluste lassen sich bei der Geldanlage grundsätzlich nicht ausschließen. Selbst wenn Sie konservative Anlageprodukte wie ein Sparbuch oder Tagesgeld wählen, kann das dort angelegte Geld im Falle einer negativen Realverzinsung an Wert verlieren. Die Höhe des Realzinses ergibt sich aus den erwarteten Erträgen einer Anlage abzüglich der erwarteten Teuerungsrate (Inflation), sprich den künftigen Veränderungen bei den Verbraucherpreisen.

Wenn Sie die größeren Renditechancen nutzen möchten, die beispielsweise ein Investment am Aktienmarkt bietet, müssen Sie im Gegenzug auch bereit sein, das damit einhergehende höhere Risiko zu tragen. Dabei werden Sie früher oder später mit Verlusten konfrontiert. Sie sollten sich jedoch bewusst sein, dass Verluste dazugehören, sobald Sie Renditechancen nutzen wollen, die sich jenseits von gering verzinstem Tages- oder Festgeld bieten. Wichtig ist hierbei, die Verluste genau zu analysieren, um daraus zu lernen, denn nur ein Fehler, der erkannt wurde, kann künftig auch vermieden werden.

 

Was kann zu Verlusten führen?

Damit Sie aus Verlusten lernen können, muss zunächst geklärt werden, wo Fehler gemacht wurden. Hier kommen verschiedene Möglichkeiten in Betracht. Ein Fehler ist die unvollständige Informationsaufnahme. Wollen Sie z.B. in eine Aktie oder ein Zertifikat auf eine Aktie investieren, müssen Sie sich eine Meinung zu der erwarteten Entwicklung bilden. Berücksichtigen Sie dabei insbesondere die jüngsten Quartalszahlen, Unternehmensmeldungen und Analystenkommentare. Schauen Sie, ob in Kürze wichtige Termine anstehen, die größere Kursbewegungen auslösen können. Ansonsten kann es passieren, dass ein Investment, das kurz vor der Veröffentlichung von Quartalszahlen oder einer Investorenpräsentation eingegangen wurde, schnell in die Verlustzone gerät, sollten die präsentierten Zahlen nicht den Erwartungen entsprechen. Wichtige Termine/News finden Sie in den Investor-Relations-Rubriken auf der Homepage der Unternehmen und auf dzbank-derivate.de im Menüpunkt Märkte unter News.

Verluste können auch daraus resultieren, dass die verfolgte Handelsstrategie verbesserungswürdig ist oder nicht zur aktuellen Marktlage passt. So wird eine trendfolgende Strategie in einem von starken Kursschwankungen geprägten Marktumfeld häufig Fehlsignale liefern. Umgekehrt kann die Konzentration auf Oszillatoren, die in einem starken Trend schnell ihre Extremzonen erreichen, dazu verleiten, aus einer Position zu früh auszusteigen. Eine Auswahl an interessanten Anlagestrategien, mit denen Sie systematisch investieren können, finden Sie in den DZ BANK Themenwelten.


Die DZ BANK Themenwelten
Quelle: dzbank-derivate.de, Stand: 10.04.2019

DZ BANK Themenwelten

 

Eine häufige Ursache von Verlusten ist mangelnde Disziplin. Handeln Sie daher planvoll, managen Sie Ihr Risiko und die Positionsgrößen. Verfolgen Sie eine regelbasierte Handelsstrategie, die klar definiert, wann Sie ein Investment eingehen bzw. Gewinne mitnehmen oder Verluste begrenzen, so müssen Sie sich auch diszipliniert an dieses Regelwerk halten. Andernfalls berauben Sie sich der Option, etwaige Optimierungsmöglichkeiten für Ihre Strategie zu entdecken. Mangelnde Disziplin und ein planloses Handeln erhöhen zudem die Gefahr, psychologische Fehler zu begehen und sich bei Handelsentscheidungen beispielsweise von Gefühlen wie Angst oder Gier leiten zu lassen, die eigenen Fähigkeiten zu überschätzen oder dem Herdentrieb zu erliegen.

Doch nicht immer resultieren Verluste aus solchen eigenen Fehlern des Anlegers. Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass sich die künftige Entwicklung an den Kapitalmärkten nicht mit Gewissheit vorhersagen lässt. Ebenso gibt es kein effektives Handelssystem, das in 100% der Fälle zu Gewinnen führt. Die Gewinnerwartung lässt sich jedoch verbessern, indem beispielsweise ein Marktfilter vorgeschaltet wird. In verschiedenen Anlagestrategien ist die Bestimmung des Markttrends ein wichtiger Punkt, denn gegen den vorherrschenden Trend zu handeln ist mit einem erhöhten Risiko verbunden. In unserem Trading-Event „Besser traden mit System“ nutzt Profi-Trader Simon Betschinger einen 200-Tage-GD (gleitenden Durchschnitt) als Filter. Nur wenn ein Aktienindex wie z.B. der DAX über seinem langfristigen gleitenden Durchschnitt notiert, kann der eigentliche Auswahlprozess anhand der Trendstabilitäts-Ranglisten beginnen.

 

Mögliche Folgen von Verlusten

Ist bei der Geldanlage erst einmal ein größerer Verlust angefallen, kann dies zu verschiedenen Reaktionen führen, die weitere Verluste nach sich ziehen können:

 

  • Übervorsichtiges Handeln

Bei manchen Anlegern führt die Erfahrung eines größeren Verlustes zur Lähmung. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und das Handelssystem werden infrage gestellt. Hierbei besteht die Gefahr, durch übertriebene Vorsicht unlogische Entscheidungen zu treffen, wie beispielsweise das Risiko durch engere Stops zu minimieren. Anstatt Stops unterhalb wichtiger Unterstützungen im Chart zu platzieren, werden Stop-Loss-Marken in einem immer engeren Abstand zum Einstandskurs platziert. Doch dadurch erhält das Investment nicht genug Raum, um sich zu entwickeln, denn die Kurse unterliegen nun einmal Schwankungen. Eine Reihe von Investments, die aufgrund zu enger Stops nacheinander ausgestoppt werden, können eine Abwärtsspirale in Gang setzen, die mit immer geringeren Kapitaleinsätzen und zu engen Stops letzten Endes zu einem Verlust des für die Anlage zur Verfügung stehenden Kapitals führt.

 

  • Selbstüberschätzung

Anders liegt der Fall nach einer Reihe erfolgreicher Investitionsentscheidungen. Hier kommen ganz schnell Gefühle von Sicherheit, Kontrolle und Vertrauen auf, die aus psychologischer Sicht jedoch die Gefahr der Kontrollillusion oder eines Überschätzens der eigenen Fähigkeiten bergen. Kommt es nun zu einem größeren Verlust, besteht die Gefahr, dass die Selbstüberschätzung mit einer gesteigerten Risikobereitschaft einhergeht. Um den Verlust möglichst schnell wieder auszugleichen, werden größere Positionen eingegangen. Doch das damit einhergehende höhere Risiko führt bei erneuten Verlusten zu einem rapiden Verlust des Handelskapitals.

 

  • Kapitulation

Eine weitere sehr extreme Reaktion kann die totale Verweigerung sein. Der Kapitulation folgt die Abkehr von der Börse und sämtlichen Anlageprodukten, oder die Geldanlage beschränkt sich fortan nur noch auf Sparbuch oder Tagesgeld.

 

Wie sollten Sie mit Verlusten umgehen?

Wie bereits gesagt, lassen sich Verluste bei der Geldanlage grundsätzlich nicht ausschließen. Umso wichtiger ist es, aus ihnen zu lernen - nicht umsonst wird im Zusammenhang mit Verlusten bei der Geldanlage auch oftmals von Lehrgeld gesprochen. Das Ziel dieses Lernprozesses besteht darin, Verluste künftig auf ein Minimum zu reduzieren. Zugleich sollten Sie Verluste als Möglichkeit begreifen, mögliche Schwachstellen in Ihrer Handelsstrategie ausfindig zu machen, die es ggf. anzupassen gilt.

Damit Sie aus Verlusten lernen können, müssen Sie diese analysieren. Dazu ist es notwendig, Ihre Investmententscheidungen so genau wie möglich zu dokumentieren. Was waren die Gründe für Ihre Entscheidung? Wie sah Ihre Strategie aus? Wie haben Sie sich während des Investments gefühlt? Haben Sie sich an Ihre Strategie gehalten? Passte die Strategie zum Marktumfeld? Die Antworten tragen Sie in Ihrem Handelstagebuch ein. Ein sauber geführtes Handelstagebuch dient der Selbstkontrolle und der Überprüfung Ihrer Handelsstrategie. Dokumentieren Sie Ihre Fehler, analysieren Sie diese und erstellen Sie sich Regeln, wie Sie diese Fehler künftig vermeiden wollen. So sammeln Sie im Laufe der Zeit Ihren eigenen Erfahrungsschatz. Die nötige Disziplin vorausgesetzt, können Ihnen diese Erfahrungen wertvolle Hilfen für eine erfolgreiche Geldanlage sein.

Darüber hinaus sollten Sie an sich selbst arbeiten und Ihr Wissen rund um das Thema Geldanlage vergrößern. Lesen Sie unseren Newsletter, besuchen Sie unsere Webinare, nutzen Sie jede Gelegenheit, um Ihr Know-how auszubauen. Dazu gehört auch, sich über das Angebot an Anlageprodukten zu informieren.

 

Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.

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