1x1 der Geldanlage / 07.12.2016 | 11:14:07 Werbung

5. Teil: Kontrollieren Sie Ihr Risiko!

Martin Merz
Autor Martin Merz

Produktmanager bei der DZ BANK

Im vorherigen Teil unserer Reihe haben Sie erfahren, dass Sie mit Zertifikaten eine Anlageentscheidung optimal auf Ihre persönliche Risikobereitschaft und Renditeerwartung abstimmen können. Doch wie verhält es sich ganz allgemein mit dem Risiko bei der Geldanlage und wie sollten Sie damit umgehen?

Martin Merz
Autor Martin Merz

Produktmanager bei der DZ BANK

Keine Rendite ohne Risiko, so lautet eines der Grundprinzipien bei der Geldanlage. Mit Risiko ist dabei der Fall gemeint, in dem sich ein Investment nicht wie erwartet entwickelt. Dann droht ein Verlust des eingesetzten Kapitals, im schlimmsten Fall sogar ein Totalverlust. Doch so weit muss es nicht kommen, denn es gibt Möglichkeiten, wie Sie das Risiko kontrollieren können.

 

Nutzen Sie Stops!

Eine einfache und zugleich äußerst wirkungsvolle Möglichkeit, Risiken in Form von Verlusten zu begrenzen, sind Stoppkurse, kurz Stops genannt. Stops sind unverzichtbare Hilfsmittel, um das für die Geldanlage zur Verfügung stehende Kapital zu erhalten, indem sie dafür sorgen, dass ein Wertpapier, z.B. eine Aktie oder ein Zertifikat, beim Erreichen eines festgelegten Kursniveaus verkauft wird. Je nachdem, in welchem Stadium sich ein Investment befindet, kommen unterschiedliche Stops zur Anwendung.

 

Der Initial Risk Stop ist der anfängliche Stop. Er wird vor der Orderaufgabe festgelegt und definiert das maximale Verlustrisiko eines Investments. Als Orientierung, auf welchem Kursniveau der Initial Risk Stop angesiedelt wird, kommen Unterstützungen infrage, also Kursniveaus, an denen die Kursnotierung zu einem früheren Zeitpunkt nach einer Abwärtsbewegung wieder zu steigen begann. Dabei ist es ratsam, den Stop nicht direkt auf diesem Kursniveau, sondern in einem Abstand von 2% bis 3% darunter zu platzieren.

 

Der Break-Even Stop sorgt dafür, dass eine Aktie oder ein Zertifikat, das sich bereits etwas im Gewinn befindet, nicht mehr ins Minus läuft. Zu diesem Zweck wird mit dem Break-Even Stop der Ausstieg auf dem Kursniveau gesichert, auf dem kein Verlust mehr anfällt. Da hierfür auch die Transaktionskosten und eine ggf. schlechtere Ausführung berücksichtigt werden müssen, liegt der Break-Even Stop in der Regel 2% über dem Einstandskurs.

 

Mit einem Trailing Stop lassen sich Gewinne sichern, denn er folgt der Kursnotierung in einem von Ihnen festgelegten Abstand (z.B. 3 Euro oder 7%). Steigt beispielsweise der Kurs einer Aktie, wird der Trailing Stop automatisch in diesem Abstand nachgezogen. Fällt der Aktienkurs, bleibt der Trailing Stop unverändert. Sollte die Kursnotierung nicht wieder steigen und das Kursniveau des Trailing Stops erreicht werden, wird dieser ausgelöst und der zwischenzeitlich aufgelaufene Gewinn realisiert.

 

Um ein Investment per Stop abzusichern, stehen Ihnen verschiedene Ordertypen zur Verfügung. Die einfachste ist eine Stop-Loss-Order. Hierbei wird der Auftrag erteilt, Wertpapiere zu verkaufen, sobald deren Kurs ein festgelegtes Niveau unterhalb des aktuellen Kurses erreicht. In diesem Fall werden die Wertpapiere sofort zum nächstmöglichen Kurs verkauft. In einem Marktumfeld mit starken Kursschwankungen kann der Ausführungskurs allerdings deutlich von der festgelegten Stop-Loss-Schwelle abweichen und der Verlust dadurch höher ausfallen als kalkuliert. Dieses Problem lässt sich umgehen, indem die Stop-Loss-Order mit einem Limit versehen wird (sog. Stop-Loss-Limit-Order). Das Limit entspricht dem Preis, der beim Verkauf der Wertpapiere mindestens erzielt werden soll. Allerdings muss es auch zu einem Verkauf kommen. So ist es durchaus möglich, dass eine Stop-Loss-Limit-Order trotz des Erreichens der Stop-Loss-Schwelle nicht ausgeführt wird, weil die nachfolgenden Kurse, zu denen ein Verkauf möglich wäre, unterhalb des festgelegten Limits liegen. In diesem Fall verbleiben die Wertpapiere im Depot und können tiefer in die Verlustzone geraten.

 

Achten Sie auf ein günstiges Chance-Risiko-Verhältnis!

Um bei der Geldanlage langfristig erfolgreich zu sein, sollten Sie zudem auf ein günstiges Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) achten. Die Gewinnchance muss grundsätzlich höher sein als das Verlustrisiko. Dessen Höhe lässt sich durch den Einsatz von Stops annäherungsweise kalkulieren. Um eine Aussage über die Gewinnchance eines Investments treffen zu können, benötigen Sie ein Kursziel.

 

Hier hilft Ihnen z.B. der dpa-AFX Analyser auf dzbank-derivate.de. Das Tool listet alle verfügbaren Analysen zu einem Basiswert u.a. mit Datum, Kursziel und dem Abstand zum Kursziel auf. Darüber hinaus lassen sich Kursziele durch die technische Analyse ermitteln, beispielsweise mithilfe von Trendwende- oder Trendbestätigungsformationen, Widerständen, Unterstützungen oder Fibonacci-Retracements/-projektionen.

> Video dpa-AFX-Analyzer

 

Anhand von Stopkurs und Kursziel lässt sich das Chance-Risiko-Verhältnis berechnen, indem das Kurspotenzial durch das eingegangene Risiko dividiert wird. Steht beispielsweise einem Risiko von 5% (bis zum Auslösen des Stop Loss) eine Chance von 10% (bis zum Erreichen des Kursziels) gegenüber, ergibt sich ein CRV von 2,0 - die Gewinnchance ist also doppelt so hoch wie das Verlustrisiko. Grundsätzlich sollte das CRV mindestens 2,0 oder mehr betragen. Fällt das CRV niedriger aus, sehen Sie sich besser nach Alternativen um.

 

Verteilen Sie die Risiken!

Eine weitere Möglichkeit, um das Risiko im Griff zu behalten, besteht darin, in mehrere Wertpapiere zu investieren. Risikoreduzierung durch Diversifikation lautet die Devise, oder wie es eine der vielen Börsenweisheiten formuliert: „Lege niemals alle Eier in einen Korb.“

 

Denken Sie global und verteilen Sie das Risiko auf mehrere Wertpapiere aus verschiedenen Branchen (z.B. Automobilbau, Gesundheitswesen, Software) und unterschiedliche Länder bzw. Regionen (z.B. Deutschland, Europa, Asien, Welt). Bei einer Investition in einen Index, wie z.B. den Deutschen Aktienindex DAX, wird das Risiko von vornherein auf mehrere verschiedene Aktien verteilt. Eine noch breitere Diversifikation lässt sich erreichen, wenn Sie unterschiedliche Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Währungen bei Ihren Investments berücksichtigen. Da die verschiedenen Anlageklassen in der Regel unterschiedlichen Zyklen unterliegen, können bei richtiger Kombination Risiken reduziert und Kursschwankungen ausgeglichen werden, z.B. indem Gewinne bei Aktien oder Währungen etwaige Verluste bei Anleihen verringern oder kompensieren.

 

Mit der Basiswert-Matrix oder theScreener-Map stehen Ihnen auf dzbank-derivate.de verschiedene Tools zur Verfügung, mit denen Sie ganz einfach die richtigen Basiswerte für Ihre Geldanlage finden können. Wie viel Geld Sie letztlich in einen Basiswert investieren, hängt von mehreren Faktoren ab. Mehr dazu erfahren Sie im nächsten Teil unserer Reihe, in dem wir uns dem Thema Money Management widmen.

> Video theScreener-Map

 

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