1x1 der Geldanlage / 26.10.2016 | 12:26:36 Werbung

2. Teil: Ziele setzen, Strategie entwickeln

Alexander Dickel
Autor Alexander Dickel

Leiter Produktmanagement Internet Plattformen bei der DZ BANK AG

Ein wesentlicher Aspekt bei der Geldanlage besteht darin, die eigenen Ziele klar zu definieren. Nur so lässt sich später eine entsprechende Strategie entwerfen, um diese Ziele auch zu erreichen.

Alexander Dickel
Autor Alexander Dickel

Leiter Produktmanagement Internet Plattformen bei der DZ BANK AG

Ziele definieren: Was wollen Sie erreichen?

Zunächst müssen Sie den Betrag festlegen, der für eine Anlage zur Verfügung steht (Anlagekapital). Anschließend setzen Sie sich ein Renditeziel, das Sie mit Ihrem Anlagekapital erreichen wollen und das im Einklang mit Ihrer persönlichen Risikobereitschaft steht. Hier sollten Sie sich keine unrealistischen Ziele setzen, da dies schnell zu Frustration führen kann. Ein denkbares Ziel wäre z.B. eine Rendite von 4% pro Jahr. Wer höhere Renditeerwartungen hegt, muss im Gegenzug dafür bereit sein, das damit einhergehende höhere Risiko (stärkere Kursschwankungen) bis zu einem gewissen Grad in Kauf zu nehmen. Ein sinnvolles Ziel im Zusammenhang mit der Risikobereitschaft ist die Vorgabe, nie mehr als 10% des Anlagekapitals zu riskieren. Diese Vorgabe hat Einfluss auf Ihr Risiko- und Money-Management.

 

Die Definition von Zielen dient zugleich dem Zweck, objektive Bezugsgrößen festzulegen, deren Erreichen/Einhalten Sie regelmäßig überprüfen können. Zudem haben Renditeerwartung und Risikobereitschaft Auswirkungen darauf, welche Wertpapiere für eine Anlage infrage kommen. So sind die Kursschwankungen von Aktien für kurzfristig agierende Trader oftmals noch zu gering, um damit größere Gewinne zu erzielen. Sie greifen daher zu Produkten mit Hebelwirkung. Da der Hebel aber sowohl steigende als auch fallende Kursbewegungen verstärkt und somit auch schnell größere Verluste anfallen können, müssen Trader bereit sein, dieses Risiko einzugehen und mögliche Verluste konsequent begrenzen. Aber auch weniger risikofreudigen Anlegern bietet die Anlageklasse der Zertifikate eine große Auswahl an verschiedenen Produkttypen mit unterschiedlichen Chance-Risiko-Profilen. Genauere Informationen finden sich in den jeweiligen Produktinformationsblättern.

 

Strategie entwickeln: Halten Sie es einfach!

Haben Sie Ihre Ziele klar definiert, geht es daran, eine Strategie zu entwickeln, die zu Ihren persönlichen Zielen passt. Dazu stehen Ihnen zahlreiche Trading- und Investmentansätze zur Verfügung. Sie können z.B. in bestehende Trends einsteigen (trendfolgendes Handeln) oder auf den erfolgreichen Turnaround eines Unternehmens setzen, das zwischenzeitlich eine schwächere Geschäftsentwicklung und Kursverluste aufwies (antizyklisches Handeln). Beim Kauf und Verkauf eines Wertpapiers können Sie sich von Signalen der technischen Analyse leiten lassen oder auf Kennzahlen der fundamentalen Analyse abstellen. Natürlich lassen sich auch beide Analysestile miteinander kombinieren. Wichtig ist, dass Sie sowohl für den Einstieg als auch für den Ausstieg objektive Kriterien formulieren, anstatt sich auf ein reines Bauchgefühl zu verlassen. Letzteres birgt die Gefahr, dass Ihr Handeln von Emotionen bestimmt wird. Doch Angst und Gier sind nur selten gute Ratgeber. Wenn Sie Ihre Strategie konsequent und diszipliniert verfolgen, sind Sie auf gutem Weg, Ihre Ziele zu erreichen.

 

Die technische Analyse bietet mit der klassischen Charttechnik (Trendlinien, Unterstützungen, Widerstände), der Formationsanalyse, zahlreichen Indikatoren, Oszillatoren und weiteren Ansätzen einen nahezu unerschöpflichen Baukasten für Anlagestrategien. Doch so verlockend die Vielfalt auch sein mag, halten Sie es einfach. Eine Strategie ist nur dann nützlich, wenn Sie dies auch verstehen. Zudem funktioniert keine Strategie immer und zu jeder Zeit. Anpassungen sind also notwendig und diese gestalten sich, ebenso wie die Suche nach möglichen Fehlern, umso schwieriger, je mehr Komponenten Sie Ihrer Strategie hinzufügen. Eine trendfolgende Strategie kann beispielsweise so aussehen, dass zunächst der übergeordnete Trend identifiziert wird (Trendlinien sind hier ein bewährtes Mittel). Die Eröffnung einer Position kann in einem übergeordneten Aufwärtstrend dann z.B. in der Nähe einer Unterstützung und nach dem bullischen Ausbruch aus einer Trendfortsetzungsformation erfolgen. Für antizyklische Strategien bietet sich z.B. die Suche nach Trendwendeformationen an.

 

Wer sich lieber auf die Kennzahlen eines Unternehmens verlässt, für den kann eine sinnvolle Strategie z.B. darin bestehen, nach Unternehmen zu suchen, deren Umsätze und Gewinne sich in den zurückliegenden Jahren positiv entwickelt haben. Weisen sie im Vergleich zu ihren Wettbewerbern zudem eine angemessene Bewertung auf – als Vergleichsmaßstab können hier u.a. das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder der Buchwert herangezogen werden –, könnten die Unternehmen als potenzielle Kaufkandidaten bzw. Basiswerte für Derivate infrage kommen. Doch aufgepasst: Die meisten Kennzahlen haben sowohl Stärken als auch Schwächen! Daher ist es zwingend notwendig, nie eine Kennzahl allein zu verwenden, sondern mehrere Kennzahlen miteinander zu kombinieren. Ergänzend können Expertenmeinungen von Analysten sowie die jüngsten Unternehmensnachrichten zu Rate gezogen werden.

 

Wie Sie den Aufwand für eine solche Strategie in Grenzen halten, erfahren Sie im nächsten Teil unserer Reihe. Darin zeigen wir Ihnen verschiedene Möglichkeiten auf, wie und wo Sie sich einfach, schnell und zugleich umfassend informieren können, um den richtigen Basiswert zu finden.

 

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