1x1 der Geldanlage / 31.08.2018 | 12:11:44 Werbung

15. Teil (Staffel 2): So investieren Sie systematisch mit Dividenden-Titeln!

Felix Schröder
Autor Felix Schröder

Produktmanager bei der DZ BANK

  • Dividenden stellen zusätzlich zu einer positiven Kursentwicklung eine weitere Ertragskomponente bei der Geldanlage in Aktien dar
  • Handelsentscheidungen nicht allein aufgrund hoher Dividendenrenditen treffen
  • Auf kontinuierliche Dividendenzahlungen achten
Felix Schröder
Autor Felix Schröder

Produktmanager bei der DZ BANK

In den vorangegangenen Beiträgen unserer Reihe haben wir Ihnen die Vorzüge des systematischen Investierens nähergebracht und Ihnen das zu 100% regelbasierte Handelssystem von Simon Betschinger vorgestellt, das er in unserem Trading-Event nutzt. Sie müssen jedoch kein ausgewiesener Profi-Trader sein, um sich ein eigenes Handelssystem zu erstellen. Die DZ BANK Themenwelten halten eine große Auswahl an möglichen Strategien bereit, aus denen Sie Ihren eigenen Handelsansatz bilden können.

 

Ein Ansatz kann beispielsweise darin bestehen, gezielt dividendenstarke Aktien auszuwählen. Bei der Dividende handelt es sich um den Anteil am Gewinn eines Unternehmens, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Neben einer positiven Kursentwicklung stellen Dividenden eine zusätzliche Ertragskomponente bei der Geldanlage in Aktien dar. Wie Sie bei der Titelauswahl vorgehen könnten, zeigen wir Ihnen im Folgenden am Beispiel der Strategien „Top-Dividende“ und „Dividenden-Aristokraten“, die Sie in den DZ BANK Themenwelten finden.

 

Die Top-Dividendentitel auf einen Blick

Um zu den jeweiligen Strategien zu gelangen, klicken Sie zunächst auf den Menüpunkt „Märkte“ und anschließend unter „Systematisch investieren“ auf die Strategie „Top-Dividende“ oder „Dividenden-Aristokraten“. Sie sehen dann eine kurze Beschreibung der jeweiligen Strategie, gefolgt von einer aktuellen Rangliste, in der zahlreiche Aktien anhand verschiedener Auswahlkriterien sortiert sind.

 

Bei der Strategie „Top-Dividende“ sind dies die Dividendenrenditen für das vergangene Geschäftsjahr sowie die für das laufende Geschäftsjahr zu erwartenden Dividendenrenditen. Die in Prozent angegebene Dividendenrendite errechnet sich, indem man die Dividende je Aktie ins Verhältnis zum aktuellen Kurs der Aktie setzt. Die „Top-Dividenden“-Strategie filtert gezielt die Aktien mit den höchsten Dividendenrenditen aus dem zur Verfügung stehenden Aktienuniversum heraus und sortiert sie je nach Einstellung absteigend oder aufsteigend in einer Rangliste.

 

Erstellen Sie Ihr eigenes Regelwerk

Das Regelwerk einer einfachen Dividendenstrategie kann so aussehen, dass Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt, z.B. am Jahresanfang, die Rangliste nach der zu erwartenden Dividendenrendite sortieren und die fünf Aktien mit der höchsten Dividendenrendite in das Depot aufnehmen. Nach einem Jahr wird die Prozedur wiederholt und ggf. eine Anpassung vorgenommen. Die Aktien, die nach einem Jahr noch immer zu den 5 Titeln mit der höchsten Dividendenrendite zählen, verbleiben im Depot; die anderen Titel werden verkauft und durch Aktien mit einer höheren Dividendenrendite ersetzt.

 

Der vorgestellte Handelsansatz ist natürlich nicht frei von Risiken. Ebenso wie bei vielen klassischen Dividendenstrategien werden die Aktien auch hier nach dem Kauf bis zum nächsten Überprüfungstermin gehalten. Dabei unterliegen sie dem typischen Marktrisiko, d.h. dem Risiko von Kursrückgängen. Zudem sollte für Handelsentscheidungen nicht allein auf eine hohe Dividendenrendite abgestellt werden. So können auch Aktien, die einen starken Kursverlust hinter sich haben, eine hohe Dividendenrendite aufweisen. Hier sollten Sie jedoch die Gründe für den starken Rückgang der Kurse kritisch hinterfragen. Denn so wie stabile Aufwärtstrends in der Regel Ausdruck des unternehmerischen Erfolgs sind, können anhaltende bzw. starke Kursverluste darauf hinweisen, dass ein Unternehmen mit seinem Geschäft möglicherweise in Schwierigkeiten steckt. Kommt es dadurch zu Gewinnrückgängen, droht eine Kürzung bis hin zum Ausfall der Dividende.

 

Anlegen mit Dividenden-Aristokraten

Die Strategie „Dividenden-Aristokraten“ trägt diesem Aspekt Rechnung, indem sie das Kriterium der für das laufende Geschäftsjahr zu erwartenden Dividendenrendite um das Kriterium der Dividendenkontinuität ergänzt. Die Kennzahl „Dividendenkontinuität“ gibt an, seit wie vielen Jahren ein Unternehmen die Dividende je Aktie steigern oder zumindest konstant halten konnte. Eine Dividendenkontinuität von 15 drückt somit aus, dass ein Unternehmen seit 15 Jahren die jährliche Dividendenausschüttung kein einziges Mal aussetzen oder senken musste. Unternehmen, die ihre Dividenden fortlaufend steigern können, werden meist von einem verantwortungsvollen Management geführt, das die Firmen weitsichtig auf einem gesunden Wachstumspfad lenkt. Ursprünglich stammt der Begriff „Dividenden-Aristokraten“ aus den USA und erfasste die Aktien des S&P 500, die seit mehr als 25 Jahren eine kontinuierliche Dividendenerhöhung aufweisen konnten.

 

Frei von Risiken ist allerdings auch diese Strategie nicht. So werden sich Aktien mit einer hohen Dividendenkontinuität einem schwachen Marktumfeld nicht gänzlich entziehen können. In einer Phase mit länger anhaltenden Kursverlusten kann es daher auch bei den Dividendenaristokraten zu sinkenden Kursnotierungen kommen. Darüber hinaus sollten Sie prüfen, ob die vom Unternehmen ausgeschüttete Dividende, die ja eine Beteiligung am Unternehmensgewinn darstellt, durch entsprechende Gewinne gedeckt ist. Greift ein Unternehmen seine Rücklagen an, um weiterhin eine Dividende zahlen zu können, schreibt in seinem Kerngeschäft aber Verluste, ist Vorsicht geboten. In diesem Fall sollten Sie sich genauer ansehen, ob die Unternehmensführung Maßnahmen ergreift (z.B. Kostensenkungen, Effizienzsteigerungen, Produktinnovationen), um zu einer positiven Gewinnentwicklung zurückzukehren und die Kontinuität bei der Dividendenzahlung auch für die Zukunft sicherzustellen. Informationen zur Gewinnentwicklung können Sie auf dzbank-derivate.de einsehen. Dazu einfach auf den Namen des Unternehmens in den Ranglisten klicken - oder den Namen in der Schnellsuche oben rechts eingeben -, und schon gelangen Sie zum Basiswert-Factsheet, wo Sie die Daten unter dem Reiter Kennzahlen finden. Auskunft über die Strategie des Unternehmens geben darüber hinaus etwa Geschäfts- und Quartalsberichte.

 

Beispiel für Kennzahlen im Basiswert-Factsheet
 

Das Regelwerk einer einfachen Strategie mit Dividendenaristokraten kann beispielsweise so aussehen, zu einem bestimmten Zeitpunkt die Rangliste nach der Dividendenkontinuität zu sortieren und von den 10 Aktien mit der höchsten Dividendenkontinuität die 5 Aktien mit der höchsten zu erwartenden Dividendenrendite in das Depot aufzunehmen. Nach einem Jahr wird die Prozedur wiederholt und ggf. eine Anpassung vorgenommen. Die Aktien, die noch immer zu den 10 Titeln mit der höchsten Dividendenkontinuität und den 5 Titeln mit der höchsten Dividendenrendite zählen, verbleiben im Depot. Aktien, die die Kriterien nicht mehr erfüllen, werden durch neue Kandidaten ersetzt. Der Zeitpunkt der Überprüfung kann wiederum frei gewählt werden, ebenso kann der Kreis der in Frage kommenden Aktien z.B. auf die 20 Titel mit der höchsten Dividendenkontinuität erweitert werden. Probieren Sie einfach verschiedene Konstellationen aus!

 

Beispiel der Rangliste „Dividenden-Aristokraten“ in den Themenwelten auf dzbank-derivate.de

 

Zertifikate als interessante Anlagealternative

Neben einem Direktinvestment in die jeweilige Aktie ist es auch möglich, in ein Zertifikat zu investieren, das diese Aktie als Basiswert hat. In den Ranglisten der jeweiligen Dividendenstrategie wird Ihnen in der Spalte „Produkte“ die Anzahl der Produkte angezeigt, die die DZ BANK auf die jeweilige Aktie emittiert hat und die Sie als alternative Anlagemöglichkeit zu einem Direktinvestment in Betracht ziehen können. Zwar erhält der Käufer eines Zertifikats keine Dividendenzahlung von dem Unternehmen, dessen Aktie als Basiswert dient. Allerdings finanziert die DZ BANK als Emittent von Zertifikaten deren Ausstattungsmerkmale unter anderem über die Dividende des jeweiligen Basiswerts. Eine hohe Dividende ermöglicht somit regelmäßig günstigere Konditionen, z.B. in Form eines höheren Zinssatzes bei Aktienanleihen. Bei einem Investment in Zertifikate müssen Sie jedoch berücksichtigen, dass Zertifikate nur eine begrenzte Laufzeit besitzen und zudem Risiken wie dem Emittenten-/Bonitätsrisiko, dem Preisänderungsrisiko und anderen produktbezogenen Risiken unterliegen.

 

 

Glossar

Basiswert: Als Basiswert bezeichnet man das Finanzinstrument, z.B. eine Aktie oder ein Aktienindex, das einem Zertifikat zugrunde liegt.

DAX: Der DAX (Abkürzung für Deutscher Aktienindex) bildet die Wertentwicklung der 30 hinsichtlich Börsenumsatz und Marktkapitalisierung größten Unternehmen der Frankfurter Wertpapierbörse ab. Der DAX gilt als ein Indikator für die Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft und dient als Basiswert für derivative Finanzinstrumente wie z.B. Zertifikate.

Dividendenrendite: Die Dividendenrendite gibt Aufschluss über die Rendite aus Dividendenzahlungen im Verhältnis zum Aktienkurs. Dazu wird die Dividende durch den aktuellen Aktienkurs dividiert und dann mit 100 multipliziert.

S&P 500: Der S&P 500 ist ein Aktienindex, der die Wertentwicklung von 500 führenden Unternehmen in den USA abbildet. Er erfasst rund 80% der verfügbaren Marktkapitalisierung und ist einer der am meisten beachteten Indikatoren für den US-Aktienmarkt.

 

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