1x1 der Geldanlage / 20.07.2018 | 11:34:36 Werbung

Das richtige Hebelprodukt zur richtigen Zeit

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

  • Hebelprodukte vollziehen die Kursbewegungen des zugrundeliegenden Basiswertes überproportional nach
  • Knock-Out-Produkte sind Trading-Instrumente, mit denen an kurzfristigen Kursbewegungen partizipiert werden kann
  • Beim Kauf von klassischen Optionsscheinen auf das Niveau der impliziten Volatilität achten
Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

Hebelprodukte bieten erfahrenen Anlegern hohe Renditechancen, die naturgemäß mit höheren Risiken verbunden sind. Zur Auswahl stehen verschiedene Hebelprodukte, die sich in ihren Ausstattungsmerkmalen unterscheiden. Diese Unterschiede gilt es zu kennen, um das passende Produkt zur richtigen Zeit einzusetzen.

 

Hebelprodukte vollziehen die Kursbewegungen des zugrundeliegenden Basiswertes aufgrund ihrer Hebelwirkung überproportional nach, was sowohl für steigende als auch für fallende Kurse gilt. Der Hebel resultiert aus einem geringeren Kapitaleinsatz im Vergleich zum Direktinvestment. Hebelprodukte bieten Anlegern damit überproportionale Ertragschancen, aber sie können auch überproportionale Verluste zur Folge haben. Sie eignen sich zum einen als Trading-Instrument, um gezielt an einer erwarteten Kursbewegung des Basiswertes zu partizipieren. Zum anderen können Hebelprodukte zu Absicherungszwecken eingesetzt werden. Zur Familie der Hebelprodukte gehören sowohl Knock-Out-Produkte und als auch klassische Optionsscheine. Davon bietet die DZ BANK eine große Auswahl auf viele verschiedene Basiswerte mit einer Vielzahl unterschiedlicher Ausstattungsmerkmale an. Das breite Sortiment ermöglicht es Anlegern, zu ihrer Strategie und zu ihrer Risikoneigung passende Produkte zu wählen.

 

Turbos und Mini-Futures

Zu den Knock-Out-Produkten gehören Endlos-Turbos, Laufzeit-Turbos und Mini-Futures. Sie zeichnen sich durch eine sehr transparente und leicht nachvollziehbare Preisgestaltung aus. Der Kurs der Produkte hängt fast ausschließlich vom inneren Wert und damit der Kursbewegung des zugrundeliegenden Basiswertes ab. Bei Long-Produkten, mit denen man an einer steigenden Kursentwicklung des Basiswertes partizipiert, ergibt sich die Höhe des inneren Wertes aus dem Betrag, um den der Kurs des Basiswertes den Basispreis übersteigt. Bei Short-Produkten, mit denen man an einer fallenden Kursentwicklung des Basiswertes partizipiert, ergibt sich die Höhe des inneren Wertes aus dem Betrag, um den der Kurs des Basiswertes unter dem Basispreis notiert. Kaum Einfluss auf die Preisgestaltung von Knock-Out-Produkten hat dagegen die implizite, also die erwartete Volatilität (Schwankungsbreite) des jeweiligen Basiswerts. Endlos-Turbos, Laufzeit-Turbos und Mini-Futures vollziehen die absoluten Kursbewegungen des Basiswertes nahezu eins zu eins nach.

 

Knock-Out-Produkte eignen sich daher besonders gut für Anleger, die nicht mit einem deutlichen Anstieg der impliziten Volatilität rechnen. Sie sind Trading-Instrumente, mit denen Anleger an kurzfristigen Kursbewegungen partizipieren können. Zudem können die Produkte in Phasen einer hohen impliziten Volatilität des Basiswertes zu Absicherungszwecken genutzt werden, da sie dann im Gegensatz zu klassischen Optionsscheinen meist günstiger sind.

 

Alle drei Knock-Out-Varianten sind mit einer Knock-Out-Barriere ausgestattet. Bei den Turbos ist diese identisch mit dem Basispreis. Wird die Knock-Out-Barriere berührt oder verletzt, verfällt das Produkt wertlos. Bei einem Mini-Future sind Basispreis und Knock-Out-Barriere unterschiedlich. In der Regel wird hier bei Berührung oder Verletzung der Knock-Out-Barriere ein Restbetrag zurückgezahlt. Dadurch kann ein Totalverlust in der Regel vermieden werden. Gleichwohl kann es auch bei Mini-Futures zu hohen Verlusten des eingesetzten Kapitals kommen.

 

Die Höhe des Hebels bei Knock-Out-Produkten hängt davon ab, wie weit der Kurs des Basiswertes von der Knock-Out-Barriere entfernt ist. Der Hebel ist umso höher, je näher der Kurs des Basiswertes an der Knock-Out-Barriere notiert. Bei einem sehr hohen Hebel sind selbst bei nur kleinen Veränderungen des Basiswertes extreme Kursausschläge beim Preis des Knock-Out-Produktes möglich.

 

Produkte einfach grafisch finden: Die KnockOut-Map auf dzbank-derivate.de
Quelle: dzbank-derivate.de

KnockOut-Map

 

Bei klassischen Optionsscheinen …

Während der Preis von Knock-Out-Produkten in erster Linie aus dem inneren Wert resultiert, setzt sich der Preis bei klassischen Optionsscheinen aus dem inneren Wert und einem Zeitwert zusammen. Der Zeitwert ist die Differenz zwischen dem Preis des Optionsscheines und seinem innerem Wert. Charakteristisch für den Zeitwert ist, dass er mit abnehmender Restlaufzeit sinkt, bis er bei Fälligkeit Null beträgt. Dieser als Zeitwertverfall bezeichnete Vorgang führt dazu, dass Optionsscheine allein durch den Zeitwertverfall bei sonst gleichen Bedingungen kontinuierlich an Wert verlieren.

 

Zu den wichtigsten Einflussfaktoren auf den Zeitwert gehört die implizite Volatilität des Basiswertes. Selbst wenn sich der Basiswert in die vom Anleger erwartete Richtung entwickelt, kann die Performance des Optionsscheins durch eine deutlich sinkende implizite Volatilität und einen daraus deutlich abnehmenden Zeitwert geschmälert werden. Im Gegensatz dazu kann eine steigende implizite Volatilität dazu führen, dass der Optionsschein eine positive Rendite erzielt, obwohl sich der Preis des Basiswertes nicht verändert hat.

 

… auf implizite Volatilität achten

Beim Kauf von klassischen Optionsscheinen sollten Anleger daher immer das aktuelle Niveau der impliziten Volatilität prüfen. In Marktphasen mit einer sehr hohen impliziten Volatilität bei dem entsprechenden Basiswert ist der Kauf von Optionsscheinen aufgrund des dann relativ hohen Zeitwertes unvorteilhafter als in Marktphasen mit einer niedrigen impliziten Volatilität. Bei der Ermittlung der impliziten Volatilität hilfreich sind Volatilitätsindizes wie der VDAX-NEW für den DAX. Ein im Vergleich niedriges Volatilitätsniveau könnte hier beispielsweise bei Werten des VDAX-NEW unter 20 Punkten definiert sein, da das langfristige Mittel bei ca. 23 liegt.

 

In Marktphasen mit einer vergleichsweise niedrigen impliziten Volatilität bieten sich am Aktienmarkt Put-Optionsscheine zu Absicherungszwecken an. Denn sollte es zu deutlicher fallenden Kursen kommen, würde der Preis des Optionsscheines in der Regel erstens von der Bewegung des Basiswertes und zweitens von einem Anstieg des Zeitwertes profitieren. Aufgrund des Zeitwertes sind klassische Optionsscheine damit auch ein Instrument, um auf einen Anstieg der impliziten Volatilität zu spekulieren.

 

Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.

 

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