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Endlos Turbo Long 19,544 open end: Basiswert Hella GmbH & Co KGaA

DG2GUL / DE000DG2GUL6 //
Quelle: DZ BANK: Geld 26.11., Brief
DG2GUL DE000DG2GUL6 // Quelle: DZ BANK: Geld 26.11., Brief
4,14 EUR
Geld in EUR
-- EUR
Brief in EUR
--
Diff. Vortag in %
Basiswertkurs: 60,00 EUR
Quelle : Xetra , 26.11.
  • Basispreis
    (Stand 26.11. 04:05 Uhr)
    19,544 EUR
  • Knock-Out-Barriere
    (Stand 26.11. 04:05 Uhr)
    19,544 EUR
  • Abstand zum Basispreis in % 67,43%
  • Abstand zum Knock-Out in % 67,43%
  • Hebel --
  • Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 0,105692
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Hinweis der DZ BANK:
Das öffentliche Angebot dieses Wertpapiers ist beendet. Kursstellungen nur während der Börsenzeiten.
Bitte beachten Sie die Angaben in den Endgültigen Bedingungen

Chart

Endlos Turbo Long 19,544 open end: Basiswert Hella GmbH & Co KGaA

  • Intraday
  • 1W
  • 1M
  • 3M
  • 6M
  • 1J
  • 2J
  • 5J
  • Max
Quelle: DZ BANK AG, Frankfurt: 26.11. 21:59:27
Charts zeigen die Wertentwicklungen der Vergangenheit. Zukünftige Ergebnisse können sowohl niedriger als auch höher ausfallen. Falls Kurse in Fremdwährung notieren, kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen. © 2021 DZ BANK AG

Stammdaten

Stammdaten
WKN / ISIN DG2GUL / DE000DG2GUL6
Emittent DZ BANK AG
Produktstruktur Hebelprodukt
Kategorie Endlos Turbo
Produkttyp long (steigende Markterwartung)
Währung des Produktes EUR
Quanto Nein
Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 0,105692
Emissionsdatum 11.11.2014
Erster Handelstag 11.11.2014
Handelszeiten Übersicht
Knock-Out-Zeiten Übersicht
Zahltag Endlos
Basispreis
(Stand 26.11. 04:05 Uhr)
19,544 EUR
Knock-Out-Barriere
(Stand 26.11. 04:05 Uhr)
19,544 EUR
Anpassungsprozentsatz p.a. 2,44300% p.a.
enthält: Bereinigungsfaktor 3,00%

Kennzahlen

Kennzahlen
Berechnung: 26.11.2021, 21:59:27 Uhr mit Geld 4,14 EUR / Brief --
Spread Absolut --
Spread Homogenisiert --
Spread in % des Briefkurses --
Hebel --
Abstand zum Knock-Out Absolut 40,456 EUR
Abstand zum Knock-Out in % 67,43%
Performance seit Auflegung in % 613,79%

Basiswert

Basiswert
Kurs 60,00 EUR
Diff. Vortag in % -0,03%
52 Wochen Tief 44,240 EUR
52 Wochen Hoch 68,72 EUR
Quelle Xetra, 26.11.
Basiswert Hella GmbH & Co KGaA
WKN / ISIN A13SX2 / DE000A13SX22
KGV -15,46
Produkttyp Aktie
Sektor Kraftfahrzeugindustrie

Produktbeschreibung

Art

Dieses Produkt ist eine Inhaberschuldverschreibung, die unter deutschem Recht begeben wurde.

Ziele

Ziel dieses Produkts ist es, Ihnen einen bestimmten Anspruch zu vorab festgelegten Bedingungen zu gewähren. Das Produkt hat keine feste Laufzeit. Sie partizipieren überproportional (gehebelt) an allen Entwicklungen des Beobachtungspreises. Aufgrund seiner Hebelwirkung reagiert das Produkt auf kleinste Bewegungen des Beobachtungspreises. Das Produkt kann während seiner Laufzeit verfallen, sofern ein Knock-out-Ereignis eintritt.

Ein Knock-out-Ereignis tritt ein, wenn der Beobachtungspreis mindestens einmal auf oder unter der Knock-out-Barriere liegt. In diesem Fall beträgt der Auszahlungsbetrag je Produkt 0,001 EUR und wird am Rückzahlungstermin gezahlt, wobei der Auszahlungsbetrag, den die DZ BANK an Sie zahlt, aufsummiert für sämtliche von Ihnen gehaltenen Optionsscheine berechnet und kaufmännisch auf zwei Nachkommastellen gerundet wird. Soweit Sie weniger als zehn Optionsscheine halten, wird unabhängig von der Anzahl der Produkte, die Sie halten, ein Betrag in Höhe von 0,01 EUR gezahlt.

Sie sind berechtigt, die Optionsscheine an jedem Einlösungstermin zum Rückzahlungsbetrag einzulösen. Die Einlösung erfolgt, indem Sie mindestens zehn Bankarbeitstage vor dem jeweiligen Einlösungstermin bis 10:00 Uhr (Ortszeit Frankfurt am Main) eine Erklärung in Textform an die DZ BANK schicken. Darüber hinaus haben wir das Recht, die Optionsscheine insgesamt, jedoch nicht teilweise, am ordentlichen Kündigungstermin ordentlich zu kündigen. Die ordentliche Kündigung durch uns ist mindestens 30 Kalendertage vor dem jeweiligen ordentlichen Kündigungstermin zu veröffentlichen.
Nach Einlösung durch Sie oder Kündigung durch uns und sofern nicht zuvor ein Knock-out-Ereignis eingetreten ist, entspricht der Rückzahlungsbetrag am Rückzahlungstermin der Differenz zwischen Referenzpreis und Basispreis, multipliziert mit dem Bezugsverhältnis.

Der Basispreis und die Knock-out-Barriere werden täglich angepasst, um u.a. eine Finanzierungskomponente zu berücksichtigen, die der DZ BANK aufgrund eines spezifischen Marktzinses zuzüglich einer von DZ BANK nach ihrem billigem Ermessen festgelegten Marge entsteht. Die Knock-out-Barriere entspricht stets dem aktuellen Basispreis.
Sie erhalten keine sonstigen Erträge (z.B. Dividenden) und haben keine weiteren Ansprüche (z.B. Stimmrechte) aus dem Basiswert.

Analyse

Gesamteindruck
Einfach nutzbares Gesamtrating basierend auf einer fundamentalen, technischen und Risikoanalyse unter Einbezug von Branchen- und Marktumfeld.

Neutral

Gewinnprognose
Der Veränderungstrend der Gewinnprognosen über ein Zeitfenster von 7 Wochen.

Negative Analystenhaltung seit 08.10.2021

Kurs-Gewinn-Verhältnis
Das KGV setzt den aktuellen Kurs der Aktie ins Verhältnis zu seiner Gewinnerwartung. Es wird auf Basis der langfristigen Gewinnprognosen der Analysten errechnet.
17,0

Erwartetes KGV für 2023

Risiko-Bewertung
Gesamteinschätzung des Risikos auf Basis des Bear Market und des Bad News Factors.

Mittel

Bear-Market-Faktor
Risiko Parameter, der anhand des Titelverhaltens in sich abwärts bewegenden Märkten das Marktrisiko einer Aktie angibt.

Mittlere Anfälligkeit bei Indexrückgängen

Korrelation
Die Korrelation gibt an, inwieweit die Bewegungen der Aktie mit denen Ihres Indexes übereinstimmen.
30,8%

Schwache Korrelation mit dem STOXX600

Marktkapitalisierung (Mrd. USD) 7,55 Mittlerer Marktwert Mit einer Marktkapitalisierung zwischen $2 & $8 Mrd., ist HELLA GMBH & KGAA ein mittel kapitalisierter Titel.
Gewinnprognose Negative Analystenhaltung seit 08.10.2021 Die Gewinnerwartung der Analysten pro Aktie liegen heute niedriger als vor sieben Wochen. Dieser negative Trend hat am 08.10.2021 bei einem Kurs von 59,54 eingesetzt.
Preis Stark unterbewertet Auf Basis des Wachstumspotentials und anderer Messwerte erscheint die Aktie stark unterbewertet.
Relative Performance 3,0% vs. STOXX600 Die relative "Outperformance" der letzten vier Wochen im Vergleich zum STOXX600 beträgt 3,0%.
Mittelfristiger Trend Neutrale Tendenz, zuvor jedoch (seit dem 27.04.2021) positiv Die Aktie wird in der Nähe ihres 40-Tage Durchschnitts gehandelt (in einer Bandbreite von +1,75% bis -1,75%). Zuvor unterlag der Wert einem positiven Trend (seit dem 27.04.2021). Der bestätigte technische Trendwendepunkt von -1,75% entspricht 59,44.
Wachstum KGV 1,1 19,19% Abschlag relativ zur Wachstumserwartung Ein "Verhältnis zwischen Wachstum plus geschätzte Dividende und KGV" von über 0,9 weist auf einen Preisabschlag gegenüber dem normalen Preis für das Wachstumspotential hin, von in diesem Fall 19,19%.
KGV 17,0 Erwartetes KGV für 2023 Das erwartete KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) gilt für das Jahr 2023.
Langfristiges Wachstum 17,3% Wachstum heute bis 2023 p.a. Die durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten gelten für die Gewinne von heute bis 2023.
Anzahl der Analysten 15 Starkes Analysteninteresse In den zurückliegenden sieben Wochen haben durchschnittlich 15 Analysten eine Schätzung des Gewinns pro Aktie für diesen Titel abgegeben.
Dividenden Rendite 1,6% Dividende durch Gewinn gut gedeckt Für die während den nächsten 12 Monaten erwartete Dividende müssen voraussichtlich 27,08% des Gewinns verwendet werden.
Risiko-Bewertung Mittel Die Aktie ist seit dem 16.03.2021 als Titel mit mittlerer Sensitivität eingestuft.
Bear-Market-Faktor Mittlere Anfälligkeit bei Indexrückgängen Die Aktie tendiert dazu, Indexrückgänge in etwa gleichem Umfang mitzuvollziehen.
Bad News Geringe Kursrückgänge bei spezifischen Problemen Der Titel verzeichnet bei unternehmensspezifischen Problemen i.d.R. geringe Kursabschläge in Höhe von durchschnittlich 2,1%.
Beta 0,79 Geringe Anfälligkeit vs. STOXX600 Die Aktie tendiert dazu, pro 1% Indexbewegung mit einem Ausschlag von 0,79% zu reagieren.
Korrelation 365 Tage 30,8% Schwache Korrelation mit dem STOXX600 Die Kursschwankungen sind wenig abhängig von den Indexbewegungen.
Value at Risk 8,37 EUR Das geschätzte mittelfristige Value at Risk beträgt 8,37 EUR oder 0,14% Das geschätzte Value at Risk beträgt 8,37 EUR. Das Risiko liegt deshalb bei 0,14%. Dieser Wert basiert auf der mittelfristigen historischen Volatilität (1 Monat) mit einem Konfidenzintervall von 95%.
Volatilität der über 1 Monat 21,7%
Volatilität der über 12 Monate 29,2%

Tools

Kaufszenario (aktuelle/Einstandskurse)
Im Kaufszenario tragen Sie einen „Start“-Kurs und einen „Ziel“-Kurs mit dem gewünschten Wert ein. Danach Stückzahl eintragen und "Berechnen" drücken. Mit dem Aktualisieren-Button (Kreislauf) werden die aktuellen Werte für den Basiswert und das Produkt abgerufen.
Verkaufszenario (Zielkurse)
Im Verkaufsszenario tragen Sie einen „Ziel“-Kurs mit dem gewünschten Wert ein; der „Start“-Kurs wird aus dem aktuellen Kurs gebildet, oder Sie geben einen gewünschten Startwert ein; Stückzahl auswählen und dann Button Berechnen drücken.
Transaktionsvolumen
Tragen Sie hier eine Produktstückzahl ein, um die Performance der geplanten Investition zu schätzen. Ohne Eintragung einer Stückzahl erfolgt keine Berechnung. Die Berechnung erfolgt nach Klick auf den Berechnen-Button.
Berechnung ohne jegliche Kosten. Bitte beachten Sie individuelle Gebühren, Provisionen und andere Entgelte bei Kauf und Verkauf.

News

19.11.2021 | 15:31:49 (dpa-AFX)
Befreiung / Zielgesellschaft: HELLA GmbH & Co. KGaA; Bieter: Bankhaus Lampe KG

^

DGAP-WpÜG: Bankhaus Lampe KG / Befreiung

Befreiung / Zielgesellschaft: HELLA GmbH & Co. KGaA; Bieter: Bankhaus Lampe

KG

19.11.2021 / 15:30 CET/CEST

Veröffentlichung einer WpÜG-Mitteilung, übermittelt durch DGAP - ein Service

der EQS Group AG.

Für den Inhalt der Mitteilung ist der Bieter verantwortlich.

---------------------------------------------------------------------------

Veröffentlichung der Tatsache, des Tenors und der wesentlichen Gründe des

Bescheids der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht vom 12.

November 2021 über die Befreiung gemäß § 37 Abs. 1 WpÜG von den

Verpflichtungen gemäß § 35 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Satz 1 WpÜG in Bezug auf

die HELLA GmbH & Co. KGaA, Lippstadt

Mit Bescheid vom 12. November 2021 hat die Bundesanstalt für

Finanzdienstleistungsaufsicht ("BaFin") auf entsprechenden Antrag die

Bankhaus Lampe KG, Bielefeld, ("Antragstellerin") gemäß § 37 Abs. 1 WpÜG von

der Verpflichtung, gemäß § 35 Abs. 1 Satz 1 WpÜG die Erlangung der Kontrolle

über die HELLA GmbH & Co. KGaA, Lippstadt, zu veröffentlichen sowie von den

Verpflichtungen gemäß § 35 Abs. 2 Satz 1 WpÜG der BaFin eine

Angebotsunterlage zu übermitteln und gemäß §§ 35 Abs. 2 Satz 1, 14 Abs. 2

Satz 1 WpÜG ein Pflichtangebot zu veröffentlichen, befreit.

Der Tenor des Befreiungsbescheids der BaFin lautet wie folgt:

1. Die Antragstellerin wird gemäß § 37 Abs. 1 Var. 2 WpÜG für den Fall, dass

sie als Treuhänderin auf Grundlage der Treuhand- und Abwicklungsvereinbarung

zwischen der Antragstellerin und verschiedenen Aktionären der HELLA GmbH &

Co. KGaA, Lippstadt, vom 14.08.2021 zur Ab-wicklung des zwischen den

Aktionären der HELLA GmbH & Co. KGaA, Lippstadt, der Faurecia Participations

GmbH, Frankfurt am Main (vormals firmierend als Blitz F21-441 GmbH) und der

Faurecia S.E., Nanterre, Frankreich, geschlossenen Aktienkauf- und

übertragungsvertrags über 66.666.669 Aktien unmittelbar die Kontrolle über

die HELLA GmbH & Co. KGaA, Lippstadt, erlangt, von den Pflichten, nach § 35

Abs. 1 Satz 1 WpÜG die Kontrollerlangung zu veröffentlichen, nach § 35 Abs.

2 Satz 1 WpÜG der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht eine

Angebotsunterlage zu übermitteln und nach § 35 Abs. 2 Satz 1, § 14 Abs. 2

WpÜG ein Pflichtangebot zu veröffentlichen befreit.

2. Die Befreiung steht unter der auflösenden Bedingung (§ 36 Abs. 2 Nr. 2

VwVfG), dass die Antragstellerin einzelne oder alle Stimmrechte aus den von

ihr im Zuge der Abwicklung des unter Ziffer 1. dieses Tenors genannten

Aktienkauf- und übertragungsvertrags erworbenen Aktien der HELLA GmbH & Co.

KGaA, Lippstadt, entgegen oder ohne Weisungen der Poolleitung der HELLA GmbH

& Co. KGaA in einer Hauptversammlung der HELLA GmbH & Co. KGaA ausübt.

3. Der Widerruf der Befreiung bleibt für den Fall vorbehalten (§ 36 Abs. 2

Nr. 3 VwVfG), dass die Antragstellerin sämtliche Aktien der HELLA GmbH & Co.

KGaA, Lippstadt, an denen sie im Zuge der Abwicklung des unter Ziffer 1.

dieses Tenors genannten Aktienkauf- und übertragungsvertrags das unbedingte

Eigentum erwirbt, nicht spätestens 25 Bankarbeitstage nach Erwerb des

unbedingten Eigentums wie folgt weiterreicht:

(i) durch Übereignung und Übertragung an die Faurecia Participations GmbH,

Frankfurt am Main,

(ii) durch Einbringung als Sacheinlage in die Faurecia S.E., Nanterre,

Frankreich,

(iii) durch Rückübereignung- und übertragung an die jeweiligen Verkäufer des

unter Ziffer 1. dieses Tenors genannten Aktienkauf- und

übertragungsvertrags.

4. Die Befreiung ergeht zudem unter folgenden Auflagen (§ 36 Abs. 2 Nr. 4

VwVfG):

a) Die Antragstellerin hat der Bundesanstalt für

Finanzdienstleistungsaufsicht jedes Ereignis, das die Befreiung gemäß Ziffer

2. dieses Tenors entfallen lässt, unverzüglich mitzuteilen.

b) Die Antragstellerin hat der Bundesanstalt für

Finanzdienstleistungsaufsicht Folgendes unverzüglich (spätestens innerhalb

von zwei Wochen nach Eintritt des jeweiligen Ereignisses) durch Vorlage

geeigneter Unterlagen (z. B. Depotauszüge) nachzuweisen:

(i) den Erwerb des unbedingten Eigentums an den Aktien der HELLA GmbH & Co.

KGaA unter Angabe der Anzahl der erworbenen Aktien, und

(ii) die nach Maßgabe von Ziffer 3. dieses Tenors erfolgte Weiterreichung

der erworbenen Aktien der HELLA GmbH & Co. KGaA.

Der dem Befreiungsbescheid der BaFin zugrunde liegende wesentliche

Sachverhalt ergibt sich aus dem Unterabschnitt "A" des Abschnitts "Gründe"

des Befreiungsbescheids, der nachfolgend wiedergegeben ist:

I. Zielgesellschaft

Zielgesellschaft ist die HELLA GmbH & Co. KGaA mit Sitz in Lippstadt,

eingetragen im Handelsregister des Amtsgericht Paderborn unter HRB 6857

(nachfolgend "Zielgesellschaft").

Das Grundkapital der Zielgesellschaft beträgt 222.222.224,00 EUR und ist in

111.111.112 auf den Inhaber lautende Stückaktien, jeweils mit einem

rechnerischen Anteil am Grundkapital von 2,00 EUR, eingeteilt.

Die Aktien der Zielgesellschaft werden unter der ISIN DE000A13SX22 am

regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt.

II. Antragstellerin

Bei der Antragstellerin handelt es sich um eine Kommanditgesellschaft mit

Sitz in Bielefeld, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Bielefeld

unter HRA 12924.

Die Antragstellerin hält zum Zeitpunkt der Entscheidung keine Stückaktien

der Zielgesellschaft.

III. Pool der Familienaktionäre

66.666.669 Aktien an der Zielgesellschaft, entsprechend rund 60 % des

Grundkapitals und der Stimmrechte, werden im Rahmen eines Aktionärspools in

der Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts gehalten (nachfolgend

"Pool").

Die Aktien werden von den Familienaktionären in individuellen Depots bei der

Antragstellerin verwahrt. Dem Pool gehören Angehörige der drei

Familienstämme des am 01.04.1854 geborenen Eduard Hueck sen., des am

21.06.1855 geborenen Richard Hueck sen. und des am 05.03.1898 geborenen Dr.

Wilhelm Röpke (nachfolgend "Familienaktionäre") an.

IV. Transaktion

Die Familienaktionäre beabsichtigten, die im Pool gehaltenen Aktien

(nachfolgend "Poolaktien") an die Faurecia-Unternehmensgruppe zu veräußern

(nachfolgend "Transaktion"). Zu diesem Zweck haben die Familienaktionäre am

14.08.2021 mit der Erwerberin, der Faurecia Participations GmbH mit Sitz in

Frankfurt am Main, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt

am Main unter HRB 123921 (nachfolgend "Faurecia GmbH"), und der

Muttergesellschaft der Erwerberin, der Faurecia S.E., mit Sitz in Nanterre,

Frankreich, einen Aktienkauf- und übertragungsvertrag (nachfolgend "SPA")

geschlossen. Ergänzend hierzu haben die Familienaktionäre ebenfalls am

14.08.2021 ein Investment Agreement mit der Faurecia S.E. geschlossen.

Gegenstand des SPA ist ausweislich Ziffer 5.8 des am 27.09.2021

veröffentlichten freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots der Faurecia

GmbH an alle Aktionäre der HELLA GmbH & Co. KGaA (nachfolgend

"Angebotsunterlage")

die Veräußerung der 66.666.669 Poolaktien durch die Familienaktionäre an die

Faurecia GmbH gegen Zahlung eines gemischten Kaufpreises: eine Barzahlung

für einen Anteil von 57.153.098 Poolaktien, entsprechend rund 51,44 % des

Grundkapitals und der Stimmrechte der Zielgesellschaft (nachfolgend

"Verkaufte

Poolaktien"), sowie bis zu 13.571.428 neu ausgegebene Faurecia S.E.-Aktien

für einen Anteil von 9.513.571 Poolaktien, entsprechend rund 8,56 % des

Grundkapitals und der Stimmrechte der Zielgesellschaft (nachfolgend

"Einzubringende

Poolaktien"; zusammen mit den Verkauften Poolaktien auch einheitlich

"Poolaktien").

Das endgültige Umtauschverhältnis für den Aktientausch wird am

Bankarbeitstag vor dem geplanten Vollzugsdatum anhand eines in der

Angebotsunterlage beschriebenen Anpassungsmechanismus berechnet.

Geplantes Vollzugsdatum der Transaktion ist nach den Angaben der

Antragstellerin der zehnte Bankarbeitstag nach Eintritt sämtlicher

nachfolgend beschriebener Vollzugsbedingungen. Den Angaben in der

Angebotsunterlage zufolge haben die Familienaktionäre und Faurecia S.E.

allerdings unter bestimmten im Investment Agreement geregelten

Voraussetzungen jeweils nach eigenem Ermessen das Recht, das geplante

Vollzugsdatum bis zu fünf Mal um einen Bankarbeitstag zu verschieben.

Der Vollzug der Transaktion steht ausweislich der Angebotsunterlage unter

den aufschiebenden Bedingungen, dass sie (i) gemäß den geltenden

fusionskontrollrechtlichen Vorschriften Brasiliens, der Volksrepublik China,

der Europäischen Union, Mexikos, Marokkos, Russlands, Südafrikas, Südkoreas,

der Türkei und der Vereinigten Staaten, (ii) gemäß dem deutschen

Außenwirtschaftsgesetz ("AWG") und der deutschen Außenwirtschaftsverordnung

("AWV"), (iii) durch das Committee on Foreign Investment in the United

States ("CFIUS") und (iv) gemäß den anwendbaren neuseeländischen

Vorschriften zur Kontrolle ausländischer Direktinvestitionen genehmigt wird

oder als genehmigt gilt (nachfolgend "Vollzugsbedingungen").

V. Einbindung der Antragstellerin in die Transaktion

Zur Vereinfachung der Transaktion sollen die Verkauften Poolaktien

(57.153.098 Poolaktien) und ggf. auch die Einzubringenden Poolaktien

(9.513.571 Poolaktien) an die Antragstellerin übereignet und von den

individuellen Depots der Familienaktionäre auf ein treuhänderisch von der

Antragstellerin gehaltenes Treuhanddepot umgebucht werden. Zu diesem Zweck

haben die Familienaktionäre mit der Antragstellerin am 14.08.2021 eine

Treuhand- und Abwicklungsvereinbarung geschlossen. Diese beinhaltet u. a.

folgende Regelungen:

Buchstabe C der Präambel

Zur Vereinfachung des Vollzugs der Transaktion soll der Teil der Poolaktien,

der nach dem SPA an den Erwerber gegen Barzahlung zu übereignen ist und bei

Abgabe der Mitteilung gemäß Anlage 2 durch die Poolleitung spezifiziert wird

("Verkaufte Poolaktien"), und gegebenenfalls auch die übrigen Poolaktien,

die von den Familienaktionären nach dem Investment Agreement zu übereignen

sind und bei Abgabe der Mitteilung gemäß Anlage 2 ebenfalls spezifiziert

werden (dies allerdings nur, soweit keine unmittelbare Übertragung auf den

Erwerber im Wege der Sacheinlage erfolgt) ("Eingebrachte Poolaktien"), auf

den Treuhänder übertragen und auf ein treuhänderisch von Bankhaus Lampe

gehaltenes Treuhanddepot [.] umgebucht werden.

Ziffer 1.2

Der Treuhänder verwahrt die auf den Treuhandkonten verbuchten Vermögenswerte

als fremdnütziger Vollrechtstreuhänder im eigenen Namen, aber für Rechnung

und auf Gefahr der Familienaktionäre als Treugeber. Soweit in dieser

Vereinbarung nichts ausdrücklich Abweichendes geregelt ist,

(a) [.]

(b) stehen den Familienaktionären als Teilgläubigern jeweils entsprechend

ihrer Individuellen Beteiligung die Erträge (z.B. Dividenden) aus den

Vermögenswerten zu, die auf den Treuhandkonten verbucht sind und

(c) sind von den Familienaktionären als Teilschuldner entsprechend ihrer

Individuellen Beteiligung die entstehenden Lasten, insbesondere die

Vergütung des Treuhänders und die Kosten des Abschlusses und der

Durchführung dieser Vereinbarung, zu tragen.

Ziffer 3.1

Sämtliche Familienaktionäre übereignen bereits hiermit, allerdings

aufschiebend bedingt auf

(a) den Eintritt der Befreiungsbedingung

und

(b) den Empfang durch den Treuhänder einer Mitteilung der Poolleitung in

Textform an die in Ziffer 9 angegebene E-Mail-Adresse über den Eintritt der

im SPA vorgesehenen Closing Conditions und das sog. Scheduled Closing Date

gemäß den Regelungen des SPA, an dem die Transaktion vollzogen werden soll,

("Scheduled Closing Date"), die im Wesentlichen der als Anlage 2 beigefügten

Form entspricht, die von ihnen jeweils gehaltenen und in der Anlage 2

spezifizierten Verkauften Poolaktien und Eingebrachten Poolaktien an den

dies annehmenden Treuhänder und instruieren den Treuhänder, die

erforderliche Umbuchung von den Pooldepots auf das Treuhanddepot

vorzunehmen. Der Treuhänder wird innerhalb von zwei (2) Bankarbeitstagen

nach Erhalt der Mitteilung gemäß Ziffer 3.1(b), nicht jedoch vor Eintritt

der Befreiungsbedingung, die Umbuchung von den Pooldepots auf das

Treuhanddepot vornehmen. Die Poolleitung ist unwiderruflich ermächtigt, die

Anzahl der zu übertragenden Verkauften Poolaktien und Eingebrachten

Poolaktien bei Übermittlung der Erklärung gemäß Anlage 2 festzulegen.

Ziffer 6

[.] Der Treuhänder wird das Stimmrecht aus den Poolaktien und den Neuen

Aktien für die Familienaktionäre ausschließlich einheitlich und auf Weisung

von zumindest zwei Mitgliedern der Poolleitung ausüben. [...] Wird keine

entsprechende Weisung form- und fristgemäß erteilt, wird sich der Treuhänder

im Hinblick auf alle Tagesordnungspunkte der Stimme enthalten.

Zu einem durch die Antragstellerin nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt vor

dem Vollzug der Transaktion werden die Familienaktionäre entscheiden, ob die

Einzubringenden Aktien (1.) als Sacheinlage gegen Ausgabe von Aktien in die

Faurecia S.E. oder (2.) als Sacheinlage gegen Ausgabe neuer Geschäftsanteile

der Faurecia GmbH mit anschließender Einbringung dieser neuen

Geschäftsanteile als Sacheinlage in die Faurecia S.E. gegen Ausgabe von

Aktien eingebracht werden.

Beim Vollzug der Transaktion wird die Antragstellerin die Verkauften

Poolaktien auf Weisung der Poolleitung gegen Entgegennahme des Kaufpreises

an die Faurecia GmbH übereignen und übertragen. Sofern die Familienaktionäre

entschieden haben, die Einzubringenden Aktien als Sacheinlage in die

Faurecia S.E. einzubringen und die Antragstellerin infolgedessen auch die

Einzubringenden Poolaktien treuhänderisch erwirbt, wird sie diese beim

Vollzug der Transaktion auf Weisung der Poolleitung als Sacheinlage gegen

Ausgabe von Aktien in die Faurecia S.E. einbringen.

Für den Fall, dass es nach der Übertragung der Poolaktien von den

Familienaktionären auf die Antragstellerin nicht zum Vollzug der Transaktion

kommt, wird die Antragstellerin die Poolaktien an die Familienaktionäre

zurückübereignen und von dem Treuhanddepot auf die jeweiligen Einzeldepots

zurückbuchen (nachfolgend "Rückübertragung").

VI. Antrag

Mit Schriftsatz vom 09.09.2021 hat die Antragstellerin Folgendes beantragt:

Die Antragstellerin wird für den Fall, dass die Antragstellerin infolge des

Erwerbs von gerundet 60,00 % der Aktien und Stimmrechte an der HELLA GmbH &

Co. KGaA in treuhänderischer Abwicklung der Veräußerung dieser Aktien durch

die poolgebundenen Aktionäre der HELLA GmbH & Co. KGaA an die Faurecia

Participations GmbH die Kontrolle gemäß § 29 Abs. 2 WpÜG über die HELLA GmbH

& Co. KGaA erlangt, gemäß § 37 Abs. 1 WpÜG

1. von ihrer Verpflichtung gemäß § 35 Abs. 1 Satz 1 WpÜG befreit, die

Erlangung der Kontrolle an der HELLA GmbH & Co. KGaA gemäß § 10 Abs. 3 Satz

1 und 2 WpÜG zu veröffentlichen,

2. von ihrer Verpflichtung gemäß § 35 Abs. 2 Satz 1 WpÜG befreit, innerhalb

von vier Wochen nach der Veröffentlichung der Erlangung der Kontrolle über

die HELLA GmbH & Co. KG der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

eine Angebotsunterlage zu übermitteln, und

3. von ihrer Verpflichtung gemäß § 35 Abs. 2 Satz 1 WpÜG in Verbindung mit §

14 Abs. 2 Satz 1 WpÜG befreit, ein Pflichtangebot zu veröffentlichen.

Zur Begründung trägt die Antragstellerin vor, die Befreiung sei nach § 37

Abs. 1 WpÜG sowohl im Hinblick auf die Art der Erlangung der Kontrolle (Var.

1), die mit der Erlangung der Kontrolle beabsichtigten Zielsetzung (Var. 2),

das nach der Erlangung der Kontrolle erfolgende Unterschreiten der

Kontrollschwelle (Var. 3) als auch die tatsächliche Möglichkeit zur Ausübung

der Kontrolle (Var. 5) unter Berücksichtigung der Interessen der

Antragstellerin und der Inhaber der Aktien der Zielgesellschaft

gerechtfertigt.

Die Antragstellerin wurde mit Schreiben vom 01.11.2021 zu den vorgesehenen

Nebenbestimmungen angehört. Mit Schreiben vom 10.11.2021, bei der BaFin am

gleichen Tag per Fax und per E-Mail eingegangen, erklärten die

Verfahrensbevollmächtigten der Antragstellerin, keine Einwände gegen die

Nebenbestimmungen zu haben.

Die Zulässigkeit und Begründetheit des dem Befreiungsbescheid zugrunde

liegenden Antrags ergibt sich aus dem Unterabschnitt "B" des Abschnitts

"Gründe" des Befreiungsbescheids, der nachfolgend wiedergegeben ist:

Der Antrag ist zulässig und begründet.

I. Zulässigkeit des Antrags

Der Antrag ist zulässig.

Der Antrag ist insbesondere frist- und formgerecht gestellt worden.

Gemäß § 8 Satz 2 WpÜG-AngebotsVO kann ein Antrag nach § 37 WpÜG auch schon

vor der Erlangung der Kontrolle über die Zielgesellschaft gestellt werden.

Voraussetzung ist, dass die Kontrollerlangung zum Zeitpunkt der

Antragstellung vorhersehbar (vgl. Begr. RegE, BT-Drucks. 14/7034 v.

05.10.2001, S. 81), d. h. mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu erwarten

ist (Diekmann, in: Handbuch Übernahmerecht nach dem WpÜG, § 12 Rn. 137).

Dies ist vorliegend der Fall. Denn die Antragstellerin wird mit

überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest das Eigentum an den 57.153.098

Verkauften Poolaktien erwerben.

Mit Abschluss der Treuhand- und Abwicklungsvereinbarung (Ziffer 3.1) haben

die Familienaktionäre der Antragstellerin aufschiebend bedingt nach § 929 S.

1, 158 Abs. 1 BGB das Eigentum an den von ihnen jeweils gehaltenen und in

der Mitteilung nach Ziffer 3.1 b) der Treuhand- und Abwicklungsvereinbarung

noch zu spezifizierenden Poolaktien übertragen und die Antragstellerin

angewiesen, nach Eintritt der aufschiebenden Bedingungen die Umbuchung

dieser Aktien von den individuellen Pooldepots auf das Treuhanddepot

vorzunehmen. Nach Ziffer 3.1 der Treuhand- und Abwicklungsvereinbarung steht

der Eigentumserwerb der Antragstellerin, abgesehen von der mit diesem

Bescheid ausgesprochenen Befreiung und der am 06.10.2021 erfolgten

informellen Rechtsauskunft der BaFin, dass eine etwaige Rückübertragung der

Poolaktien vom Treuhanddepot auf die jeweiligen Pooldepots mangels

(erneuten) Kontrollerwerbs keine Pflichten nach § 35 Abs. 1 Satz 1 und Abs.

2 Satz 1 WpÜG der Familienaktionäre auslöst, unter der aufschiebenden

Bedingung des "Empfangs[s] [.] einer Mitteilung der Poolleitung in Textform

an die in Ziffer 9 [der Vereinbarung] angegebene E-Mail-Adresse über den

Eintritt der im SPA vorgesehenen Closing Conditions und das sog. Scheduled

Closing Date gemäß den Regelungen des SPA, an dem die Transaktion vollzogen

werden soll, ("Scheduled Closing Date"), die im Wesentlichen der als Anlage

2 [der Vereinbarung] beigefügten Form entspricht".

Hiernach wird die Antragstellerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit

jedenfalls das Eigentum an den 57.153.098 Verkauften Poolaktien erwerben.

Denn für den Erwerb des unbedingten Eigentums an diesen Poolaktien ist

ausweislich der vorstehenden Regelung im Wesentlichen allein der Eintritt

der im SPA geregelten Vollzugsbedingungen maßgeblich. Bei diesen handelt es

sich um fusions- und investitionskontrollrechtliche Freigaben, deren

Erteilung als überwiegend wahrscheinlich angesehen werden kann. Denn

Tatsachen, die Zweifel am Eintritt der Vollzugsbedingungen des SPA wecken,

sind weder vorgetragen noch sonst ersichtlich. Die Vergangenheit hat zudem

gezeigt, dass die erforderlichen fusions- und

investitionskontrollrechtlichen Freigaben in der weit überwiegenden Anzahl

der Fälle erteilt werden.

Anders gestaltet sich dies bei den Einzubringenden Poolaktien: Der Erwerb

des unbedingten Eigentums an den Einzubringenden Poolaktien durch die

Antragstellerin hängt nicht nur von den vorgenannten Vollzugsbedingungen ab,

sondern auch davon ab, welchen Übertragungsweg die Familienaktionäre wählen,

um diese Poolaktien auf die Faurecia-Gruppe zu übertragen. Es kann

allerdings dahinstehen, ob der Eigentumserwerb der Antragstellerin an diesen

Poolaktien gleichwohl als überwiegend wahrscheinlich angesehen werden kann,

denn die Antragstellerin überschreitet bereits mit dem Eigentumserwerb an

den 57.153.098 Verkauften Poolaktien die Kontrollschwelle nach § 29 Abs. 2

WpÜG (s. Abschnitt B.II.1. dieses Bescheids). Die Voraussetzungen für eine

Antragstellung vor Kontrollerlangung sind damit gegeben.

Weiterhin hat die Antragstellerin auch dem Schriftformerfordernis der §§ 37

Abs. 1, 45 Satz 1 WpÜG entsprochen. Der Antrag ist am 09.09.2021 per Post

eingegangen.

II. Begründetheit des Antrags

Der Antrag ist auch begründet. Die Voraussetzungen für eine Befreiung nach §

37 Abs. 1 WpÜG liegen vor, da die Antragstellerin mit überwiegender

Wahrscheinlichkeit die Kontrolle an der Zielgesellschaft erlangen wird, es

im Hinblick auf die mit der Erlangung der Kontrolle beabsichtigte

Zielsetzung (§ 37 Abs. 1 At. 2 WpÜG) unter Berücksichtigung der Interessen

der Antragstellerin und der Inhaber der Aktien der Zielgesellschaft aber

gerechtfertigt ist, die Antragstellerin von den Pflichten des § 35 Abs. 1

Satz 1 WpÜG und des § 35 Abs. 2 Satz 1 WpÜG zu befreien.

1. Kontrollerwerb der Antragstellerin

Den Eintritt der Vollzugsbedingungen des SPA unterstellt, wird die

Antragstellerin in ihrer Funktion als Abwicklungstreuhänderin jedenfalls

57.153.098 der 66.666.669 Poolaktien und damit 51,44 % der Stimmrechte aus

Aktien der Zielgesellschaft erwerben. Hierdurch erlangt sie unmittelbar die

Kontrolle über die Zielgesellschaft im Sinne von § 29 Abs. 2 WpÜG.

2. Befreiungsgrund: Mit der Kontrollerlangung beabsichtigte Zielsetzung

Die Befreiung ist nach § 37 Abs. 1 Var. 2 WpÜG im Hinblick auf die mit der

Erlangung der Kontrolle beabsichtigte Zielsetzung auch als gerechtfertigt

anzusehen.

Die Voraussetzungen des Ausnahmetatbestands des § 37 Abs. 1 Var. 2 WpÜG sind

u. a. dann erfüllt, wenn die verfolgte Zielsetzung keinen inneren

Zusammenhang mit dem Erwerb der Beteiligung oder der Ausübung der Kontrolle

besitzt und die Kontrollerlangung daher nur eine unvermeidbare Nebenfolge

einer zu anderen Zwecken durchgeführten Transaktion darstellt (Seiler, in:

Assmann/Pötzsch/Schneider WpÜG, § 37 Rn. 45).

So liegt der Fall hier. Die Antragstellerin nimmt im Rahmen der Abwicklung

des Aktienkauf- und übertragungsvertrags eine rein technische Funktion als

Treuhänderin wahr. Sie sammelt die Poolaktien der 67 Familienaktionäre, die

ihre Aktien andernfalls am Vollzugstag individuell gesondert übertragen

müssten, auf einem im eigenen Namen, aber für Rechnung der Familienaktionäre

gehaltenen Treuhanddepot, um sie anschließend gebündelt an die Faurecia GmbH

bzw. die Faurecia S.E. weiterzureichen. Die kurzzeitige Kontrollerlangung

der Antragstellerin stellt dabei eine unvermeidbare Nebenfolge dar, sie

erfolgt aber nicht mit dem Ziel, auch materielle Kontrolle über die

Zielgesellschaft auszuüben. Denn ausweislich Ziffer 6 der Treuhand- und

Abwicklungsvereinbarung darf die Antragstellerin die Stimmrechte aus den

Poolaktien ausschließlich einheitlich und auf Weisung von zumindest zwei

Mitgliedern der Poolleitung ausüben. Wird keine Weisung erteilt, hat sich

die Antragstellerin der Stimme zu enthalten. Darüber hinaus wird die

Antragstellerin auch rein faktisch kaum die Möglichkeit haben, das

vorübergehend übernommene Aktienpaket zur Einflussnahme auf die

Zielgesellschaft zu nutzen. Denn ausweislich der Angaben in der

Angebotsunterlage wird die Antragstellerin die Kontrolle über die

Zielgesellschaft nur für maximal 20 Bankarbeitstage halten. Die

Antragstellerin verfolgt mit dem Erwerb der Beteiligung auch keine über ihre

Vergütung als Treuhänderin hinausgehenden wirtschaftlichen Interessen, denn

die Dividende aus den Poolaktien steht gemäß Ziffer 1.2 lit. b) der

Treuhand- und Abwicklungsvereinbarung auch weiterhin den Familienaktionären

zu.

Die Befreiung ist daher im Hinblick auf die mit der Erlangung der Kontrolle

beabsichtigte Zielsetzung als gerechtfertigt anzusehen.

3. Ermessensabwägung

Die Erteilung der Befreiung liegt im Ermessen der BaFin.

Nach Abwägung der Interessen der Antragstellerin einerseits und der der

außenstehenden Aktionäre der Zielgesellschaft andererseits ist eine

Befreiung von den Pflichten nach § 35 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Satz 1 WpÜG

gerechtfertigt. Das Interesse der Antragstellerin, nicht den finanziellen

Belastungen eines Pflichtangebots ausgesetzt zu sein, überwiegt das

Interesse der außenstehenden Aktionäre, denn diese sind vorliegend gegenüber

dem § 35 WpÜG zugrundeliegenden Regelfall nur eingeschränkt schutzwürdig. §

35 WpÜG liegt die typisierende Betrachtungsweise zu Grunde, dass mit einem

Überschreiten der formalen Kontrollschwelle regelmäßig auch die Absicht und

die Möglichkeit einhergehen, tatsächliche Kontrolle auszuüben (vgl.

Krause/Pötzsch, in: Assmann/Pötzsch/Schneider WpÜG, § 35 Rn. 66) und hiermit

eine Änderung der Geschäftsgrundlage der Anlageentscheidung der

außenstehenden Aktionäre verbunden ist (vgl. Seiler, in:

Assmann/Pötzsch/Schneider WpÜG, § 37 Rn. 81).

Vorliegend verfolgt die Antragstellerin mit dem Überschreiten der

Kontrollschwelle im Sinne von § 29 Abs. 2 WpÜG - abweichend von dem

vorstehenden Regelfall des § 35 WpÜG - aber gerade nicht die Absicht,

tatsächliche Kontrolle über die Zielgesellschaft auszuüben. Die

Antragstellerin hält die Aktien als Treuhänderin nur vorübergehend zum

Zwecke der Abwicklung des SPA. Dabei unterliegt sie den Weisungen der

Poolleitung. Die Ausübung der Stimmrechte aus den auf die Antragstellerin

übertragenden Aktien wird daher auch weiterhin von den Familienaktionären

und nicht von der Antragstellerin bestimmt. Zumal auch keine Anhaltspunkte

dafür ersichtlich sind, dass die Antragstellerin abredewidrig von ihrer

formalen Möglichkeit der Einflussnahme auf die Zielgesellschaft Gebrauch

machen könnte. Die Antragstellerin wird die Kontrollschwelle zudem

spätestens 20 Bankarbeitstage nach der Kontrollerlangung wieder

unterschreiten. Daher wird es ihr auch rein tatsächlich kaum möglich sein,

das vorübergehend übernommene Aktienpaket zur Ausübung tatsächlicher

Kontrolle über die Zielgesellschaft zu nutzen.

Gegenüber den außenstehenden Aktionären werden sich die Kontrollverhältnisse

über die Zielgesellschaft durch die vorübergehende Übertragung der

Poolaktien auf die Antragstellerin daher nicht verändern. Den außenstehenden

Aktionären auch in diesem Fall eine Neudisposition über ihr

Aktien-Engagement durch die Unterbreitung eines Pflichtangebots zu

ermöglichen, erscheint angesichts der für die Antragstellerin mit einem

Pflichtangebot verbundenen finanziellen Belastungen nicht geboten. Das

Interesse der Antragstellerin überwiegt daher die Interessen der vorliegend

nur eingeschränkt schutzwürdigen Aktionäre.

4. Nebenbestimmungen

Die Nebenbestimmungen in Ziffer 2 bis 4 des Tenors ergehen gemäß § 36 Abs. 2

VwVfG.

Gemäß § 36 Abs. 2 VwVfG darf ein (begünstigender) Verwaltungsakt, der im

Ermessen der erlassenden Behörde steht, nach pflichtgemäßem Ermessen mit den

in § 36 Abs. 2 VwVfG näher bezeichneten Nebenbestimmungen versehen werden.

Ein solcher (begünstigender) Verwaltungsakt darf insbesondere mit

Nebenbestimmungen versehen werden, die der Sicherstellung der gesetzlichen

Voraussetzungen des Verwaltungsakts dienen sollen, die zum Zeitpunkt des

Erlasses des Verwaltungsakts noch nicht zweifelsfrei vorliegen oder

vollständig nachgewiesen werden können. Dies folgt aus der

Rechtsgrundverweisung in § 36 Abs. 2 VwVfG auf § 36 Abs. 1 Alt. 1 VwVfG

("unbeschadet des Absatzes 1") (Stelkens, in: Stelkens/Bonk/Sachs VwVfG, §

36 Rn. 132).

Hiernach war die im pflichtgemäßen Ermessen der BaFin stehende Erteilung der

Befreiung mit den in Ziffer 2 bis 4 des Tenors geregelten Nebenbestimmungen

zu versehen.

Dass die tatbestandlichen Voraussetzungen des § 37 Abs. 1 Alt. 2 VwVfG

bejaht werden können, beruht maßgeblich auf der Annahme, dass die

Antragstellerin die Kontrolle an der Zielgesellschaft nur zum Zwecke der

technischen Abwicklung des SPA erlangt, mit dieser aber nicht das Ziel

verfolgt, Einfluss auf die Zielgesellschaft zu nehmen.

Mittels der in Ziffer 2. des Tenors geregelten auflösenden Bedingung war

daher sicherzustellen, dass die Befreiung keine Rechtswirkungen mehr

entfaltet und die Pflichten des § 35 Abs. 1 Satz 1 WpÜG und des § 35 Abs. 2

Satz 1 WpÜG wiederaufleben, wenn diese Annahme nicht mehr aufrechterhalten

werden kann. Dies ist der Fall, wenn die Antragstellerin die ihr nach

Kontrollerlangung zustehenden Stimmrechte ganz oder teilweise eigenmächtig,

d.h. entgegen oder ohne Weisung der Poolleitung ausübt und auf diese Weise

Einfluss auf die Zielgesellschaft nimmt. Ein milderes und genauso geeignetes

Mittel zur Erreichung des mit der auflösenden Bedingung verfolgten Ziels

besteht nicht. Denn Konstellationen, in denen die Befreiung trotz

eigenmächtiger Stimmrechtsausübung der Antragstellerin noch Rechtswirkungen

entfalten soll, sind nicht denkbar.

Mittels des in Ziffer 3. des Tenors geregelten Widerrufsvorbehalts war

darüber hinaus sicherzustellen, dass die BaFin die Möglichkeit hat, über

einen Widerruf dieses Bescheids zu entscheiden, wenn nachträglich zumindest

Zweifel an dem Fortbestehen der oben genannten Annahme auftreten. Zweifel

sind dann begründet, wenn die Antragstellerin die Aktien nicht nach

spätestens 25 Bankarbeitstagen an die Faurecia GmbH bzw. die Faurecia S.E.

weiterreicht oder an die Familienaktionäre zurückübereignet und -überträgt.

Ein milderes und genauso geeignetes Mittel zur Erreichung des mit dem

Widerrufsvorbehalt verfolgten Ziels besteht nicht. Der Widerrufsvorbehalt

ist ein gegenüber der auflösenden Bedingung milderes Mittel und ermöglicht

es der BaFin, auf unvorhergesehene Sachverhalte angemessen zu reagieren.

Die Auflage in Ziffer 4.a) des Tenors ist erforderlich, damit die BaFin von

den Tatsachen, die die Rechtswirkungen der Befreiung entfallen lassen,

Kenntnis erlangt und so die Möglichkeit hat, die Antragstellerin notfalls

dazu anzuhalten, ihren sodann wiederauflebenden Pflichten des § 35 Abs. 1

Satz 1 WpÜG und des § 35 Abs. 2 Satz 1 WpÜG nachzukommen. Mittels der

Auflage in Ziffer 4.b) des Tenors wird darüber hinaus sichergestellt, dass

die BaFin von den Tatsachen, die überhaupt erst die Rechtswirkungen der

Befreiung gemäß Ziffer 1. des Tenors begründen sowie von Tatsachen, die den

Widerruf der Befreiung rechtfertigen können, Kenntnis erlangt. Mildere und

gleichwirksame Mittel zur Erreichung der vorgenannten Ziele sind nicht

ersichtlich.

Bei einem Verstoß gegen die Auflagen kann die Befreiungsentscheidung gemäß §

49 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 VwVfG widerrufen werden.

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